Die Kriegsreporter von Điện Biên Phủ

 

 

Pierre Schoendoerffer * 5. Mai 1928 in Chamalières, Puy-de-Dôme; † 14. März 2012 in Clamart, Hauts-de-Seine, war ein französischer Kameramann, Kriegsreporter, Regisseur und Autor von Spiel- und Dokumentarfilmen aus dem Elsass. 

Im Jahr 1951 wurde Schoendoerffer als Kameramann ausgebildet, bevor er sich freiwillig im Jahr 1952 nach Indochina meldete. Dies geschah, weil ein Kollege von den Vietminh getötet und somit der Job frei wurde. Zunächst wurde er nach Kambodscha beordert, wo er auf Jean Péraud, einen  schon damals bekannten Fotograf traf. Péraud wurde sein Mentor und engster Freund ,während der Kriegsereignisse in Französisch-Indochina.  Die beiden Kriegsdokumentatoren waren bekannt dafür, dass sie die ganze Brutalität des Krieges hemmungslos auf Zelluloid festhielten. "Nichts war tabu", sagte Schoendoerffer. "Wir haben nie gesagt, „Nein, du kannst das nicht tun."

Es war Péraud, der Schoendoerffer, mittlerweile Caporal Chef und im Dienste von SCA.

(Service cinématographique des armées), nach Dien Bien Phu im Jahre 1954 folgte, um ihn dort zu treffen und die Schlacht aus nächster Nähe zu dokumentieren. 

Bekannter Weise wurden die französischen Positionen nach und nach überrannt und die Soldaten wurden von dem Oberkommando angewiesen, ihre Waffen während der Kapitulation  zu vernichten. Schoendoerffer und Péraud zerstörten ihre Aufnahmen. Allerdings versteckte  Schoendoerffer sechs Filmrollen, geschützt mit Folie, in der Hoffnung diese an einem späteren Zeitpunkt wieder zu bergen.

Bedauerlicherweise wurden die Rollen entdeckt und fielen in die Hände des sowjetischen Kameramann Roman Karmen, der den Krieg mit den siegreichen Vietminh, aus damaliger Sicht dokumentierte.  Schoendoerffer`s Material ist nun wohl irgendwo in Russland verblieben.

Nachdem die Kriegsreporter am 07. Mai 1954 gefangen genommen wurden, beschlossen Schoendoerffer und Péraud zu fliehen. Ihre Flucht von einem LKW bei Nacht, welcher sie in ein Umerziehungslager bringen sollte, scheiterte. Péraud flüchtete in den Dschungel, aber  Schoendoerffer wurde beim Absprung von dem LKW bemerkt und wieder gefasst. Die Wachen verprügelten ihn ordentlich und die dadurch entstandenen Verwundungen entzündeten sich, wodurch er schwer erkrankte. Nach den Genfer Verhandlungen wurde ein Abkommen getroffen, wonach die Kriegsgefangenen freigelassen wurden. Schoendoerffer erblickte nach vier Monaten die Freiheit.

Tragisch, denn Péraud blieb bis zum heutigen Tag verschollen.

Neben den vielen Filme, welche unter und mit Schoendoerffer entstanden, ist der dokumentarische  Kriegsfilm „Diên Biên Phú – Symphonie des Untergangs“ der authentischste aller Filme über die Schlacht von Diên Biên Phú. Nichts für Actionleute vom Schlage Rambo & Co. hochinteressant allerdings für Indochinafans, welche Vorkenntnisse über dieses Ereignis bereits haben.

 

 

Bild oben links in DBP

Bild oben rechts

TONK-53-81-R19 Tonkin, 1 septembre 1953. Le cinéaste Pierre Schoendoerffer progressant dans l’eau d’une rizière avec une caméra Bell&Howell sur l’épaule, lors de l’opération « Claude » dans le secteur de Tien Lang. Photographe : Péraud Jean

Schoendoerffer mit seiner Kamera Bell&Howell, bei der Operation "Claude", fotografiert von Jean Péraud.

 

Brigitte Friang (23.01.1924–06.03.2011), trat 1943 der frz. Resistance bei. Bei einer Flucht vor dem Zugriff der Gestapo wurde Sie schwer verwundet. Brigitte Friang brachte man ins Pariser Fresnes Gefängnis, wo Sie bei den Verhören gefoltert wurde, bevor sie ins Konzentrationslager Ravensbrück deportiert wurde. 1953 ging Sie als Journalistin nach Frz. Indochina.

 

Sie war die einzige Journalistin, welche sich eine ausgebildete Fallschirmspringerin nennen durfte. Friang hatte den Job als Kriegsreporterin für das Magazin Indochine Sud-East Asiatique inne und berichtete profimäßig von dem Indochina-Krieg.

Mit Begard’s 6.BPC, hatte Sie bereits schon einige Fallschirmabsprünge, so auch 1952 in Tu-Le hinter sich.

 

Brigitte Friang sprang in der Operation `Castor´ am 22.11.1953 mit den

5. BAVOUAN unter Lt. Pham Van Phu,  zusammen mit Colonel Bastiani in das Tal von Dien Bien Phu.

 

Am 23.11.1953 begleite Sie mit Bréchiggnac’s II/1RCP nördlich der Pavie-Route die Einheiten, welche den geschlagen Truppen aus dem ca. 70 km entfernten Lai Chau zur Hilfe eilten.

 

Von DBP aus, sprang Brigitte Friang Mitte Dezember aus einer Dakota bei der Operation `Ardèche´ in den Dschungel u.a. zu den Fremdenlegionären der 2./3. R.E.I., welche schon einen 20tägigen Gewaltmarsch unter permanenten Feuer der Vietminh über sich erdulden mussten. Am 23.12.1953 traf die abgemagerte Kampfgruppe auf das 8.BPC unter Tourret und erreichten schließlich Dien Bien Phu pünktlich zu Weihnachten.

Brigitte Friang feierte noch ihren 30. Geburtstag in Din Bien Phu, bevor Sie kurz danach nach Hanoi evakuiert wurde.

Mehr in meinem Buch Dien Bien Phu.