Premiere 09.12.2017, 18:00 Uhr.

Ort: Dresden

Hotel 'Bergwirtschaft Wilder Mann', Bar

Gastgeber ist der Chefe des Hauses Rolf Sauer.

Eintritt: 5 €ulinge

Lesepröbchen ...

[...] Nachdem Schneider das Halbdunkle der Fotoräumlichkeiten verlassen hatte, ließ er sich im Innenhof einen Tee servieren und lauschte weiter den zwei Musikerinnen, welche die eine einem
Saiteninstrument, die andere einem Xylophon Klänge entlockte.
Eine geschmeidige Tänzerin bewegte sich grazil zu der Musik und Schneider genoss die Oase der Ruhe. Am liebsten würde er hier in dem bequemen Bambussessel jetzt seine Seele baumeln lassen und stundenlang verweilen.
Als Schneider einen kleinen Schluck Tee aus der Porzellantasse zu sich nahm, erkannte er aus einem Augenwinkel einen huschenden Schatten.
Er blickte auf, aber schon hatte sich dieser verflüchtigt.
Seinen Tee trank er nun etwas hastiger aus und begab sich den bizarren Treppenaufstieg hinauf, um die dortigen Ausstellungsräume aufzusuchen. Gerade als er die letzte Stufe hinter sich ließ und hinunterblickte, bemerkte er erneut einen leisen Schatten, welcher hinter ihm die Treppen hochschlich. Schneider beschleunigte und betrat den ersten Raum eines Kunstateliers.
Längst interessierten ihn nicht mehr die aus Edelholz gefertigten Skulpturen, Bilder mit eingelegtem Perlmutt und herrlich verzierten Schmuckschatullen.
Bewusst stand er mit dem Rücken zur Eingangstür, durch die er eingetreten war, da er mithilfe eines Spiegels die rückwärtige Situation unauffällig beobachten konnte.
Eine nette Verkäuferin legte ihre Zeitschrift beiseite, erhob sich von ihrem Hocker und kam mit einem Lächeln auf Schneider zu.
Schneiders Interesse beschränkte sich lediglich auf den Spiegel, der da an der Wand vor ihm hing.
Plötzlich bemerkte er eine schlanke, zierliche, dunkel gekleidete Gestalt mit einem roten Tuch um die Taille, welche von links nach rechts huschte. Die Frau vom Markt, schoss es ihm durch den Kopf.
Die Verkäuferin kam erst gar nicht dazu, ihre Gegenstände zu offerieren, denn Schneider signalisierte freundlich, dass er gehen wolle, und trat aus dem Raum heraus.
Wo war der Schatten?
Es war niemand zu erkennen.
Als er die Stufen wieder hinabging, stellte er sich unter einen größeren Gummibaum, wartete ein Weilchen geduldig und blickte hinauf zur überdachten, umlaufenden Galerie, von wo aus man in die verschiedenen Ateliers gelangte.
Sein Schatten mit dem roten Tuch tauchte leicht versteckt aus einem hinteren Eck auf und Schneider erkannte, dass diese weibliche Person an ihrem Smartphone herumtippte.
Schneider verließ den eigentlich angenehmen Ort der Ruhe und Besinnlichkeit mit einem flauen Gefühl im Magen...