Wild Wild Ost

Goldrausch an der Elbe

Im ROED - Verlag, oder in meinem Shop

4. erweiterte Ausgabe mit einer zusätzlichen Story

 

ISBN 978-3-9807733-4-8

 

Im Stadtpalament Budapest mit Prof. Blondowski

 „Meine Herren, Herr Stengele, Herr Stoff und Herr Blablagür, Dirk hat von Ihnen erzählt und ich bin gespannt, ob wir hier weiterkommen. Das Gebiet hier“, er zeigte mit einem Teleskopzeigestock auf die eingefärbte Fläche, „ist der berühmt-berüchtigte sechste Bezirk. Was sagt Ihnen das, meine Herrschaften? Nichts. Genau! Das hier ist momentan der größte Sündenpfuhl der Stadt Budapest, in dem sich Prostituierte, Zuhälter, Ganoven, Zigeuner und sonstiger Abschaum der Menschheit herumtreiben. Wir wollen ein zentrales Bordell mit 500 Zimmern errichten und somit den Prostituierten die Möglichkeit geben, unter hygienischen und menschlichen Bedingungen ihrer Tätigkeit nachzugehen. Zurzeit ist das eine Katastrophe hier, kaum fließend Wasser, geschweige denn warmes. Miete zahlen die in den städtischen Wohnungen auch nicht und leben wie das Vieh in den Häusern. Die Müllabfuhr kommt kaum. Die Folge: Ratten und Ungeziefer. Wir müssen da dringend was unternehmen. Eine Zumutung für jeglichen Tourismus und natürlich für die Anwohner. Meine Herren, ich weiß, Sie beschäftigen sich mit redlicheren Dingen, können Sie sich trotzdem vorstellen, mit uns als Stadt zu bauen, die Einnahmen aus dem Bordell, die Mieteinnahmen meine ich natürlich, zu teilen und das Projekt zu finanzieren?“

Kein Thema für Fabius. Der hatte jetzt erst richtig rote Backen bekommen. „Das würde uns natürlich interessieren. Stellen Sie doch mal alles an Plänen und Kartenmaterial zusammen und wir werden zusehen, mit welchem Team wir dem sozialen Unruheherd da zu Leibe rücken.“

Professor Blondowski mit seinen Mannen lud uns nun ein, eine Begehung durch das Viertel vorzunehmen.

Zu Fuß, flankiert von Polizei, schlenderten wir durch das Viertel. Neugierig wurden wir von den Nutten und düsteren Typen gemustert, teilweise schnatterten sie was auf Ungarisch rüber, manche hoben ihr Röckchen hoch und zeigten, dass sie nichts drunter anhatten. Es stank nach Urin und Exkrementen und mir war rätselhaft, welche Freier hier freiwillig verkehren wollten. Welten zu dem, was wir gestern in dem Bordell am Flughafen erlebt hatten. Nach dem Durchmarsch durch das Viertel wurde uns ein Restaurant empfohlen.

Wir luden alle Beteiligten, außer den Uniformierten, die weiter ihren Dienst tun mussten, ein. Das Restaurant, ein komplett restaurierter Gutshof am Rande eines feinen Stadtteils Budapests, überraschte uns mit dem reichhaltigen Angebot. Ungarische Küche und ungarische Weine.

Was wir hier verzehrten, kostete uns nicht viel, war für die Einheimischen aber ein Monatslohn. Verrückte Welt. Am anderen Tag besichtigten wir noch ein Schloss, das etwa 50 Kilometer von Budapest entfernt lag. Gegen Spätmittag holte Dirk Hirsch die Pläne vom Rathaus und brachte uns zum Flughafen, wo es mit der Malev direkt nach Frankfurt ging. Von dort flogen wir nach Stuttgart. Wieder ein großes Projekt an der Backe und wieder schien es interessant zu werden...

 

 

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Der Wendezeitroman 'Wild Wild Ost' mit einigen Rezi zum stöbern.

Zu Wild Wild Ost

Ebenso authentisch, wenn auch von einem Westdeutschen und schon deshalb sprachlich etwas krachender, kommt die Glücksritter-Klammotte "Wild, wild Ost" von Terry Kajuko daher. Dem erzählenden Gartenbau-Unternehmer geht es 1990 wie der ganzen alten Bundesrepublik: Die fetten Jahre sind vorbei, Aufträge knapp und sein schwäbisches Leben öde. Im Dresden erlebt er seinen privaten Aufschwung Ost aus Korruption und Größenwahn – zum Glück mit Happy End: Dem Absturz des Schwaben.

STERN 20.Oktober 2012

 

»... seine Story ist so erheiternd, dass das Buch tatsächlich das Zeug hat,

Kultstatus zu erlangen.«              Oliver v. Schaewen Stuttgarter Zeitung

„…Hätte Egon Krenz geschafft, seine "Wende" tatsächlich umzusetzen, er hätte das, was da von Kap Arkona bis Weimar vor sich ging, fröhlich als NÖP bezeichnen können, als Neue Ökonomische Politik, frei nach Lenin und dem, was den Hintergrund für die rasanten Geschichten von Ilf und Petrow abgab. Kajukos Gestalten sind genau solche Typen, wie sie bei den beiden Russen dem einen, geldgepolsterten Stuhl hinterherjagen…Kajukos Geschichte hat sichtlich das Zeug zu einer rasanten Verfilmung. Wenn sich einer der deutschen Regisseure traut, denn mit melancholischen Seelenzerknirschungen kann er in keiner der flotten Szenen arbeiten. Das Buch lebt von Nicht-Besinnen, von Atemlosigkeit und immer mehr Sex und Drogen und PS und beschreibt damit ziemlich genau das gedankenloseste Jahrzehnt in der jüngeren deutschen Geschichte.“

Leipziger Internet Zeitung

 

„…Der Erzähler moralisiert nicht, sondern berichtet von einer Goldgräbergeschichte aus dem deutschen Osten – also von Verhältnissen, die zwar vergangen sind, sich aber in die nationale Psyche eingeprägt haben…“ Züricher Zeitung

„Alleine die Idee ist eine Auszeichnung wert: Terry Kajuko wirft die Symbolik des Wilden Westens, vermischt mit dem Totenkopf der Piraten, über den Aufbau Ost. Der Wilde Westen, das bedeutet: Goldrausch, harte Sitten, Kampf ums Überleben, Gesetzlosigkeit, Raffgier…an manchen Stellen, wenn die verheirateten Männer ihre Angetrauten vernachlässigen und betrügen, wenn der Alkohol fließt und das Koks über Straßen fegt, dann wird man an diese merkwürdige, gedankenlose und primitive Erzählstruktur von American Psycho erinnert. Wohl auch deswegen, weil viel zu wenige Autoren so wie Bret Easton Ellis oder Terry Kajuko den Mut aufbringen, die Oberflächlichkeit des modernen Kapitalisten zum Thema zu machen und dahinter nicht mehr als ein großes, sinnloses Nichts zu entdecken…“ Literaturkritiker Christoph Mann

„Ist das wahr? Ist das erfunden? Wenn es nicht wahr wäre, müsste man es erfinden, so verrückt sind die Geschichten des Schwabener Gartenbauers Terry Kajuko, die er nach der Wende in Dresden erlebt hat.“ André Hille, Textmanufaktur

„Und ist es auch nicht wahr, so ist es doch wenigstens gut erfunden“, weiß ein irisches Sprichwort – und das ist mir immer wieder eingefallen, als ich „Wild Wild Ost“ gelesen habe. Was mag an dieser Geschichte erfunden sein – oder vielleicht besser: Was ist an ihr nicht erfunden? Wenn „Wild Wild Ost“ seine Bezeichnung als Roman wirklich verdient, dann lässt das nur den Schluss zu, dass Kajuko einfach ein sehr einfallsreicher Erzähler ist – denn so, genauso muss es damals gewesen sein, als die Wessi-Pioniere sich auf den großen Treck Richtung Osten begaben, um dort Neuland zu erschließen…“ Literaturkritik Gemeinwesen

 

Und aber auch „Das gesamte Buch ist eine Anhäufung von Trink- und Essgelagen. Frauen sind in diesem Buch nur ein Objekt der männlichen Gelüste und dumm.“ Rezi Bokmask

"Kajukos Geschichte hat sichtlich das Zeug zu einer rasanten Verfilmung. Wenn sich einer der deutschen Regisseure traut, denn mit melancholischen Seelenzerknirschungen kann er in keiner der flotten Szenen arbeiten. Das Buch lebt von Nicht-Besinnen, von Atemlosigkeit und immer mehr Sex und Drogen und PS. Und beschreibt damit ziemlich genau das gedankenlosteste Jahrzehnt in der jüngeren deutschen Geschichte." (Ralf Julke, L-IZ, 29.10.2007)

Terry Kajuko versteht es in einer einfachen und gewitzten Sprache den Aufstieg der beiden Glücksritter dem Leser nahe zu bringen. Dabei beschönt er weder den Betrug noch verurteilt er die Naivität der Ostdeutschen, die es dennoch verstehen, ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen. Die Verlierer sind hier nämlich die Westdeutschen. (...) Dieser unterhaltsame Roman blickt zurück in eine Zeit, in der alles möglich war - Positives als auch Negatives." (Nadja Naumann, Sonntagsnachrichten, 25.11.2007)

"Knapp 20 Jahre nach dem Fall der Mauer erzählt Terry Kajuko in seinem Erstlingswerk Wild Wild Ost, eine wahre Geschichte von Gier und Größenwahn, von Höhenflug und tiefen Fall in einer spröden, ehrlichen Sprache. Das Buch, für den Autor ein Stück Zeitgeschichte, schildert die Wendezeit einmal nicht aus ostdeutscher Perspektive, sondern aus der Sicht eines Wessis." (Harz Kurier / Echo zum Sonntag, 30.12.2007)

Achtung: Die Ausgabe im pleitegegangenen Plöttner-Verlag ist nur die Schmalspurversion!