Wild Wild Ost

Goldrausch an der Elbe

Im ROED - Verlag, oder in meinem Shop

4. erweiterte Ausgabe mit einer zusätzlichen Story

 

ISBN 978-3-9807733-4-8

 

Im aufgeschwemmten 5-Sterne-Tempel namens „Palast Hotel“ mit seinen 600 Zimmern und 40 Suiten wollte ich den angebrochenen Abend mit Sicherheit nicht verbringen. Ich kam auch mit einer netten jungen Dame, welche aus Jena kam, ins Gespräch. Eine Disco war das empfohlene Ziel und ich schloss mich ihr an. Studentin sei sie und war schon eine Woche in der DDR-Hauptstadt. Sie fragte mich auch ganz höflich, ob ich ihr nicht ein paar harte Devisen tauschen könne, und so wechselte ich ihr 100 West-Mark und bekam jede Menge Ost-Mark dafür. Ich hatte ja nur die paar Ost-Mark, welche man sowieso zwangsumtauschen musste. So kam mir der kleine Kapitalschub ganz gelegen, denn wir wollten ja noch kernig einen draufmachen.  Am Eingang vor der besagten Disco war Tumult. Vier Randalierer, arabischer Herkunft, wie mir meine Begleiterin sagte, pöbelten unsittlich eine blonde langhaarige Besucherin an.  Ihr Begleiter ging dazwischen und es kam zum unschönen Handgemenge. Zwei der aggressiven Araber hielten den armen Kerl an den Armen fest, einer an den Füßen und der vierte zog ein Messer und schnitt dem Jungen ein Ohr ab. Dies geschah alles so blitzschnell, dass zwar viele geschockt zuschauten, aber keiner eingriff. Erst kurz nach der Attacke kamen irgendwelches Personal und Helfer, auch Bekannte von dem Paar, zu Hilfe. Gemeinsam konnten sie die Angreifer niederringen und festhalten, bis die Polizei samt dem Rettungswagen unter „Tatütata“ eintraf. Eine Sauerei und überall das Blut. Gleich versorgten die Sanitäter das Opfer fürsorglich. Ich konnte erkennen, dass die Polizei zwar die Personalien der grinsenden Araber aufnahm, sie aber dann laufen ließ. Nur Spott hatten diese für den Gepeinigten übrig und machten dabei obszöne Handbewegungen. „Das ist immer so. Den Diplomatensöhnen aus Syrien oder Libyen passiert nie was“, war der knappe frustrierte Kommentar meiner Begleiterin.  Insgeheim dachte ich mir, falls die Ostdeutschen mal könnten, wie sie wollten, dann hätten diese großkotzigen Araber nichts mehr zu lachen, was sich ja nach der Wende als richtig herausstellte. Die Lust auf den Discobesuch war uns gründlich vergangen und wir beschlossen, dass jeder seiner Wege gehen sollte, und verabschiedeten uns, tauschten aber noch die Adressen. Das zu meinem ersten Abend in Ost-Berlin...

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Der Wendezeitroman 'Wild Wild Ost' mit einigen Rezi zum stöbern.

Zu Wild Wild Ost

Ebenso authentisch, wenn auch von einem Westdeutschen und schon deshalb sprachlich etwas krachender, kommt die Glücksritter-Klammotte "Wild, wild Ost" von Terry Kajuko daher. Dem erzählenden Gartenbau-Unternehmer geht es 1990 wie der ganzen alten Bundesrepublik: Die fetten Jahre sind vorbei, Aufträge knapp und sein schwäbisches Leben öde. Im Dresden erlebt er seinen privaten Aufschwung Ost aus Korruption und Größenwahn – zum Glück mit Happy End: Dem Absturz des Schwaben.

STERN 20.Oktober 2012

 

»... seine Story ist so erheiternd, dass das Buch tatsächlich das Zeug hat,

Kultstatus zu erlangen.«              Oliver v. Schaewen Stuttgarter Zeitung

„…Hätte Egon Krenz geschafft, seine "Wende" tatsächlich umzusetzen, er hätte das, was da von Kap Arkona bis Weimar vor sich ging, fröhlich als NÖP bezeichnen können, als Neue Ökonomische Politik, frei nach Lenin und dem, was den Hintergrund für die rasanten Geschichten von Ilf und Petrow abgab. Kajukos Gestalten sind genau solche Typen, wie sie bei den beiden Russen dem einen, geldgepolsterten Stuhl hinterherjagen…Kajukos Geschichte hat sichtlich das Zeug zu einer rasanten Verfilmung. Wenn sich einer der deutschen Regisseure traut, denn mit melancholischen Seelenzerknirschungen kann er in keiner der flotten Szenen arbeiten. Das Buch lebt von Nicht-Besinnen, von Atemlosigkeit und immer mehr Sex und Drogen und PS und beschreibt damit ziemlich genau das gedankenloseste Jahrzehnt in der jüngeren deutschen Geschichte.“

Leipziger Internet Zeitung

 

„…Der Erzähler moralisiert nicht, sondern berichtet von einer Goldgräbergeschichte aus dem deutschen Osten – also von Verhältnissen, die zwar vergangen sind, sich aber in die nationale Psyche eingeprägt haben…“ Züricher Zeitung

„Alleine die Idee ist eine Auszeichnung wert: Terry Kajuko wirft die Symbolik des Wilden Westens, vermischt mit dem Totenkopf der Piraten, über den Aufbau Ost. Der Wilde Westen, das bedeutet: Goldrausch, harte Sitten, Kampf ums Überleben, Gesetzlosigkeit, Raffgier…an manchen Stellen, wenn die verheirateten Männer ihre Angetrauten vernachlässigen und betrügen, wenn der Alkohol fließt und das Koks über Straßen fegt, dann wird man an diese merkwürdige, gedankenlose und primitive Erzählstruktur von American Psycho erinnert. Wohl auch deswegen, weil viel zu wenige Autoren so wie Bret Easton Ellis oder Terry Kajuko den Mut aufbringen, die Oberflächlichkeit des modernen Kapitalisten zum Thema zu machen und dahinter nicht mehr als ein großes, sinnloses Nichts zu entdecken…“ Literaturkritiker Christoph Mann

„Ist das wahr? Ist das erfunden? Wenn es nicht wahr wäre, müsste man es erfinden, so verrückt sind die Geschichten des Schwabener Gartenbauers Terry Kajuko, die er nach der Wende in Dresden erlebt hat.“ André Hille, Textmanufaktur

„Und ist es auch nicht wahr, so ist es doch wenigstens gut erfunden“, weiß ein irisches Sprichwort – und das ist mir immer wieder eingefallen, als ich „Wild Wild Ost“ gelesen habe. Was mag an dieser Geschichte erfunden sein – oder vielleicht besser: Was ist an ihr nicht erfunden? Wenn „Wild Wild Ost“ seine Bezeichnung als Roman wirklich verdient, dann lässt das nur den Schluss zu, dass Kajuko einfach ein sehr einfallsreicher Erzähler ist – denn so, genauso muss es damals gewesen sein, als die Wessi-Pioniere sich auf den großen Treck Richtung Osten begaben, um dort Neuland zu erschließen…“ Literaturkritik Gemeinwesen

 

Und aber auch „Das gesamte Buch ist eine Anhäufung von Trink- und Essgelagen. Frauen sind in diesem Buch nur ein Objekt der männlichen Gelüste und dumm.“ Rezi Bokmask

"Kajukos Geschichte hat sichtlich das Zeug zu einer rasanten Verfilmung. Wenn sich einer der deutschen Regisseure traut, denn mit melancholischen Seelenzerknirschungen kann er in keiner der flotten Szenen arbeiten. Das Buch lebt von Nicht-Besinnen, von Atemlosigkeit und immer mehr Sex und Drogen und PS. Und beschreibt damit ziemlich genau das gedankenlosteste Jahrzehnt in der jüngeren deutschen Geschichte." (Ralf Julke, L-IZ, 29.10.2007)

Terry Kajuko versteht es in einer einfachen und gewitzten Sprache den Aufstieg der beiden Glücksritter dem Leser nahe zu bringen. Dabei beschönt er weder den Betrug noch verurteilt er die Naivität der Ostdeutschen, die es dennoch verstehen, ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen. Die Verlierer sind hier nämlich die Westdeutschen. (...) Dieser unterhaltsame Roman blickt zurück in eine Zeit, in der alles möglich war - Positives als auch Negatives." (Nadja Naumann, Sonntagsnachrichten, 25.11.2007)

"Knapp 20 Jahre nach dem Fall der Mauer erzählt Terry Kajuko in seinem Erstlingswerk Wild Wild Ost, eine wahre Geschichte von Gier und Größenwahn, von Höhenflug und tiefen Fall in einer spröden, ehrlichen Sprache. Das Buch, für den Autor ein Stück Zeitgeschichte, schildert die Wendezeit einmal nicht aus ostdeutscher Perspektive, sondern aus der Sicht eines Wessis." (Harz Kurier / Echo zum Sonntag, 30.12.2007)

Achtung: Die Ausgabe im pleitegegangenen Plöttner-Verlag ist nur die Schmalspurversion!