Wild Wild Ost

Goldrausch an der Elbe

Im ROED - Verlag, oder in meinem Shop

4. erweiterte Ausgabe mit einer zusätzlichen Story

 

ISBN 978-3-9807733-4-8

 

 

 

 

 

 

 

Nippon-Express

Es war so weit, die Reise nach Japan stand bevor. Unsere Sachsentruppe

stand abreisebereit bei der Komatsu-Niederlassung in Dresden und

wir warteten noch auf einen Nachzügler. Ich war ganz froh, dass es ein

paar Tage fortging, denn in letzter Zeit konnte man die Zusammenarbeit

höchstens als perfektes Chaos bezeichnen.

Rosie, Luigi Kanone, Schorlekarle, das Steuerbüro, die Wirtschaftsprüfer

und ich hatten eine Art Kassensturz getätigt und waren im Moment dabei, das umfangreiche Zahlenmaterial auszuwerten. Fabius hatte ich informiert, dass ich die Zahlen aktualisieren wolle, doch dass es eine solch komplexe Aufarbeitung sein würde, wusste er nicht. Fabius wollte mit seinen „guten und wahren“ Freunden nach Italien reisen, „was anschauen“,

wie er sich auszudrücken pflegte. Danach sollte es gleich nach

Brasilien weitergehen. Diesmal mussten Butta Blablagür und der schöne Markus herhalten und mitfliegen.

Wir warteten und warteten und der Nachzügler kam nicht. Unsere Maschine, welche uns von Dresden nach Frankfurt bringen sollte, ging in einer Stunde und die letzte Person fehlte immer noch. Die Zeit verstrich. Unser Häuptling, der Niederlassungsleiter von Komatsu, versuchte vergeblich,

einen Kontakt über das Handy herzustellen, was aber nicht klappte.

Duce und Martin Klatsche kamen mit ihrem schweren Daimler zufällig vorbeigefahren und hielten. Das Fenster ging runter: „Martin, was ist

denn los? Ich dachte, du wärst schon in Tokio und würdest massenweise rohen Fisch in dich reinfuttern. Was ist denn los?“  „Da fehlt noch einer und wenn ich so auf die Uhr schaue, bekommen wir unsere Maschine nach Frankfurt nicht mehr.“

Ich war genervt. „Das haben wir gleich. Mein Statiker hat eine Zweimot und muss heute noch nach Frankfurt. Der soll

euch mitnehmen. Ihr fahrt zum Flughafen ohne Stress und ich gebe dem Herrn Weller deine Handynummer. Er wird dich dann anrufen. Macht’s gut und zieht einen Sake auf mich rein.“

Weg waren sie. Gesagt, getan. Die LH-Maschine nach Frankfurt hätten wir tatsächlich nie und nimmer bekommen. Schließlich kam der verlorene Sohn. Auf Krücken humpelte er uns entgegen.

„Mist, ich dachte, ihr seid weg und ich könnte wieder heimgehen.“

So ein Früchtchen. „He, Meister“, sagte ich, „dann hättest du frühzeitig den Herrn Schloz anrufen können und wir hätten dich zu Hause gelassen.“

Er winkte ab und humpelte davon.

Das Japan-Sachsen-Team bestand aus mir und folgenden Teilnehmern:

Häuptling Schloz, Krücke Heinz und Vater Manne mit Sohn Thomas.

Alles Tiefbauunternehmer. Eine Reise bekommt man dann offeriert, wenn man eine bestimmte Anzahl von Baumaschinen des Herstellers erwirbt.

Bald befanden wir uns in der 747 der Japan Airlines und ließen bei Dunkelheit

Frankfurt hinter uns. Wer saß neben mir? Natürlich Krücke, der

Pessimist. Er hatte einen Fensterplatz, ich saß in der Mitte. Zu allem Übel mussten wir mit der Schüttelklasse vorliebnehmen. Galeerensklaven, dachte ich und erinnerte mich an den Flug in der Businessklasse nach Thailand. So schnell konnte es gehen. Heute hui, morgen pfui. Alles sehr schnelllebig. Als wir so in die Nacht hineinflogen, flüsterte Krücke immerzu mit Blick nach außen: „Duktilität, das kann nicht gut gehen.“

„Was laberst du denn da andauernd mit Duktilität? Was soll das

denn?“, fragte ich genervt.

„Weißt du denn nicht, was Duktilität ist? Die Verformbarkeit von

Metall. Genauer gesagt Metall, welches sich unter Belastung plastisch verformt, bevor es versagt. Schau doch mal raus, wie sich die Flügel verbiegen.

Das kann doch nicht gut gehen. Ihr musstet mich ja unbedingt

mitnehmen.“

„Dann trink Sake, dann kommst du auf andere Gedanken.“

„Alkohol! Ich? Wo denkst du hin? Dann habe ich die Lage im Flugzeug ja überhaupt nicht mehr unter Kontrolle!“

Sollte er doch machen, was er wollte. Ich bestellte mir Sake und noch einen Rotwein. Mein Schlummertrunk. Das Motorengeräusch der Riesenmaschine

beruhigte mich und ich schlief ein.

Irgendwann wachte ich auf. Krücke schlief ebenfalls und ich blickte in die Nacht.

Dann der Schock! Ein Triebwerk brannte.

„Scheiße, Mann, was

ist das denn?“, sprudelte es spontan aus mir heraus. Krücke wachte erschrocken

auf und starrte fassungslos nach draußen. „Von wegen Flügel

abbrechen, ein handfester Brand ist das da draußen“, sprudelte es aus mir heraus.

Dabei klopfte ich mit dem Zeigefinger gegen das Fensterchen. Ich merkte, dass es mit der Stimmung der restlichen Passagiere auch nicht zum Besten stand, als das Licht anging und der Pilot sich über Lautsprecher in Englisch meldete. „Sehr geehrte Damen und Herren, wir befinden uns ungefähr in der Mitte von Sibirien. Wie Sie sicherlich bereits festgestellt haben, ist auf der linken Seite ein kleines Problemchen aufgetaucht.

Das Triebwerk hat Feuer gefangen und wir werden es im Moment von hier aus löschen. Also keine Panik, Herrschaften, wir haben das im Griff. Bitte machen Sie sich aber darauf gefasst, dass wir voraussichtlich eine Stunde länger nach Tokio brauchen werden.“

Tatsächlich dampfte es draußen kurz mehrmals weiß und die Flammen erloschen.

Krückes Gebiss klapperte ganz fürchterlich und es kam

nun der Zeitpunkt, dass auch er nach Sake fragte.

„Na siehste, wie das mit dem Löschen geht? Ich gebe zu, ich bin auch erst ein wenig erschrocken, aber nun ist die Lage wieder okay; prost, Kumpel!“

Dabei blickte ich seinen Sakebecher an.

„Du glaubst doch nicht, dass ich deinen unvernünftigen Optimismus teile. In Tokio sind wir noch lange nicht.“

Ich glaube, die Passagiere haben während der restlichen Flugzeit den ganzen Alkoholvorrat an Bord ausgetrunken. Immerhin kam man im Leben nicht allzu oft in den Genuss, über Sibirien in einem Flugzeug zu sitzen, bei dem ein Triebwerk brannte.

Am anderen Tag kurz vor Mittag befanden wir uns in Tokio in unserem Hotel. Ein mächtiger 5-Sterne-Bunker mit jeder Menge Geschossen und Hochgeschwindigkeitsaufzügen.

Die eine Reihe der Aufzüge führte nur in die Etagen mit den ungeraden Zahlen, die andere Reihe in die mit

geraden Zahlen. Nur alles, was mit einer Vier zu tun hat, suchte man hier vergeblich. Die Vier ist „shi“ und das bedeutet Tod. Eine vierte Etage gab es nicht. Genauso keine Zimmernummern mit einer Vier. Eine Vier undenkbar.

Einer hatte da ganz genau zugehört: Krücke. Er saugte das Wort „shi“ förmlich auf, humpelte Richtung Bar und flüsterte es permanent vor sich hin. Der Antialkoholiker schenkte sich einen doppelten Whisky ein.

Schau, schau.

Für heute war frei und wir durften den Tag einteilen, wie es uns recht war. Für zwei Übernachtungen hatten wir hier Quartier bezogen, danach sollte es weitergehen mit dem schnittigen Shinkansen nach Kyoto.

Mein Hotelzimmer befand sich in der 76. Etage und war sehr geräumig.

Das Bad gab alles her, was man als Reisender brauchte. Von Nadel und Faden über Rasierer, Zahnbürste, Zahnpasta, Bademantel, Schlappen, Kimono, eben alles.

Im Restaurantkomplex, für uns war pompös ein Nebenraum gerichtet worden, empfing uns ein hochkarätiger Komatsu-Manager, stellte uns das zehntägige Programm kurz vor und wünschte allen einen schönen Aufenthalt.

Das alles in perfektem Englisch. Da meine Sachsen kein Englisch sprachen, übersetzte ich. Aus allen deutschen Bundesländern kamen die Gäste. War ganz schön was los hier. Jedes Bundesland hatte so zwischen vier und sieben Mitreisende.

Die Sachsen wollten sich nach dem Menü noch ein wenig die Füße vertreten, bevor es aufs Zimmer ging. Ich war schon müde, musste aber noch runter, einen Absacker zu mir nehmen.

Die Bar war mit feinstem rötlichem Holz ausgekleidet. Viel Messing, vielleicht ein wenig zu dunkel, weshalb ich mich am besser beleuchteten Tresen auf einen Barhocker setzte.

Ein dicker Japaner saß ebenfalls da und hatte eine bauchige Flasche Whisky vor sich stehen, paffte eine fette Zigarre und versuchte, eine Zeitung zu lesen. Ich legte, warum auch immer, ich weiß es nicht mehr, meinen Schlüsselbund auf den Tresen. Der dicke Japaner wandte sich von seiner Zeitung ab und schaute mit seiner Zigarre im Mund auf den Schlüsselbund,

dann mich an, dann nochmals auf den Schlüsselbund und nochmals auf mich. „Goldpfeil! You are German? German good“, sagte er mit einer tiefen lauten Stimme. Ich bejahte. Daraufhin kramte er in seiner Hosentasche und legte seinen Schlüsselbund neben den meinigen. Es war exakt der gleiche braune, lederne Schlüsselbund mit dem metallenen Pfeil drauf.

Beide mussten wir herzhaft lachen, so ein Zufall.

„You want drink with me one Canadian Whiskey?“, schnorrte er laut.

„Of course, why not, thanks“, freute ich mich. Wer dachte, dass er mir aus seiner Flasche ein Glas einschenkte, der täuschte sich. Nein! Er orderte mir eine ganze Flasche und sich auch eine Flasche besten kanadischen Whiskys.

Dann stellte die Bedienung uns je ein Glas hin und los ging es.

Er war ein hochkarätiger Fuji-Manager, wie er sagte, und wir ließen die Yamato, die Akagi und Nagato auf der einen und die Bismarck, Tirpitz und die Prinz Eugen, unsere alten Schlachtschiffe und Flugzeugträger, auf

der anderen Seite nochmals hochleben und tranken auf die ruhmreichen Achsenmächte. Er schwelgte von Yamamoto und ich von meinem Fast-Nachbarn Erwin Rommel. Dann jammerten wir nach einer getrunkenen halben Flasche mächtig über Midway, Guadalcanal, El Alamein und Stalingrad.

Am Schluss wollte er mich noch ein paar japanische Marinelieder

lehren, jedoch hatte er damit keinen Erfolg mehr. Mit „Tora, Tora, Tora“, leitete ich den Rückzug ein. „Campai“ – prost, das konnte ich mir noch merken, das war mein erster Tag in Tokio.

Thomas klopfte am anderen Tag so lange an die Tür, bis ich aufmachte.

Er war mit seinem Vater Manne da. Die Sachsen vermissten mich am Frühstückstisch und so wurde ich unsanft geholt. Ich hatte die Rezeption zwar beauftragt, mich pünktlich zu wecken, doch … Moment, es war noch gar nicht Zeit. Ich musste vielleicht was verwechselt haben. Jedenfalls richtete ich mich in einem Schnelldurchlauf ordentlich und fuhr mit Thomas in

den Frühstücksraum. Da waren wir von unserer Truppe nicht die Allerersten im Frühstücksraum, musste ich feststellen.

„Na ja, wir dachten, dass es doch vielleicht besser wäre, wenn wir etwas früher da seien.“

Was sagte mir das? Wer fädelte sowas wohl ein? Natürlich Krücke!

Na gut, ich war bester Laune und mein Zustand hatte sich relativ schnell wieder stabilisiert. Krücke!

Danach ging es mit einem komfortablen Reisebus in ein gigantisches Komatsuwerk irgendwo bei Tokio. Wir wurden vom Management begrüßt.

Alle trugen die gleichen Overalls. Alle waren gleich. Ob Manager

oder Arbeiter. Vor der Führung wurde uns mitgeteilt, dass wir es bitte unterlassen sollten, zu fotografieren. Natürlich hielten sich einige nicht daran. Einen aus Köln mussten die japanischen Begleiter unter einem Bagger hervorziehen, weil er das Getriebe rauf und runter fotografierte.

Peinlicher ging es kaum. Deutsche im Ausland! Wir schüttelten nur den Kopf.

Die Führung auf dem 50 Hektar großen Gelände dauerte fast den ganzen Tag und war hochinteressant. Man sah am Anfang einen riesengroßen Eisenklops. Am Ende kam die fertige Planierraupe heraus. So in etwa.

Abends nach dem Essen fragte mich Papa Manne leise: „Martin, meinst du, hier gibt’s Nutten?“

„Manne, in jeder Großstadt auf der Welt gibt es sie. Offiziell ist in Japan die Prostitution verboten, aber lass mich mal machen.“

Ich hatte eineAufgabe, die Welt brauchte mich.

Ich ging hinunter in die Lobby und fragte den Hotelboy diskret in

Englisch, wo es denn hier gewisse Etablissements gebe. Dabei drückte ich ihm unauffällig einen Fünf-Dollar-Schein in die Hand. Er schaute auf den Boden, hörte mir zu und verschwand. Hinter mir sah ich mein Rudel Sachsen gespannt warten.

Dann kam der Hotelboy zurück und hinter

vorgehaltener Hand sagte er mir, dass wir in zehn bis fünfzehn Minuten von einer weißen Limousine abgeholt würden. Er werde das managen.

Ich winkte meine Truppe heran und alle kamen. Selbst unser Häuptling Rainer Schloz und Krücke waren scharf geworden.

Schnell humpelte er uns hinterher. Krücke fragte mich zaghaft, ob das nicht vielleicht doch ein wenig zu gefährlich sei. In einer fremden Stadt.

Er könne ja hierbleiben, sagte ich, aber er entschied sich dann doch fürs Mitgehen. Ich fragte jeden, ob er sich eine Visitenkarte des Hotels mitgenommen habe. Keiner natürlich. Also holte ich einen Stapel Visitenkarten und drückte jedem eine in die Hand. „Leute, was ist das Wichtigste bei einem Auslandseinsatz? Standortsicherung.“

Aufgeregt kam der Hotelboy zu uns und winkte. Die weiße Stretchlimousine mit verdunkelten Scheiben wartete draußen. Der Boy machte die Tür auf und wir schlüpften hinein.

Der Fahrer war durch eine Glasscheibe von uns getrennt. Wir saßen im Kreis in gemütlichen Ledersesseln und unter

dem Tisch in der Mitte befanden sich gekühlte Getränke.

Leise drang japanische Musik an unser Ohr und wir wurden höflich aufgefordert, uns zu bedienen. Ich mixte mir gleich einen Campari-Orange und die anderen folgten meinem Beispiel.

So irrten wir eine gute halbe Stunde umher, bis wir in einer unwirtlichen Gegend, einem Industriegebiet, angelangt waren. Jetzt wurde mir auch ein wenig mulmig zumute, zumal plötzlich eine zweite Stretchlimousine auftauchte, diesmal in Schwarz. Der Chauffeur forderte uns auf, umzusteigen.

Die Fahrer tuschelten und weiter ging es.

Im Inneren die gleichen Annehmlichkeiten. Ich versuchte, die Jungs ein wenig aufzumuntern, und wir prosteten uns mit einem neuen Getränk zu. Diesmal dauerte die Fahrt keine zehn Minuten und wir standen irgendwo in Tokio vor einem hässlichen, grauen Wohnblock. In einem winzigen Foyer stand eine Dame im Kimono und begrüßte uns, die Hände gefaltet, mit einer Verbeugung. Dann nahm sie jedem 120 Dollar

ab und lauter ansehnliche Mädchen stellten sich nach und nach vor.

Ich schnappte mir eine Hübsche und sie führte mich über ein Treppenhaus in ein Appartement. Dort sah die Welt schon ganz anders aus. Ein geräumiges Schlafzimmer mit einem runden Bett, das sich langsam drehte, rote Satindecken.

Nach einiger Zeit rauchten wir zum Abschluss zusammen eine Zigarette und ich gab ihr noch ein paar Dollar extra, weil sie eine Klasse für sich war. Ich fragte sie nach ihrer Herkunft. Sie lachte, gab mir einen Kuss auf meine Nase und sagte: „Pattaya – Thailand“.

Dann führte sie mich wieder runter ins Foyer, brachte mir noch einen Tee, verbeugte sich und verschwand.

Ich war der Erste hier unten. War wohl doch nicht mehr so ausdauernd,

wie ich dachte. Dann kam Häuptling Schloz mit roten Ohren. Danach Thomas, dann sein Vater Manne; und wir schlürften Tee. Zum

Schluss Krücke mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck.

Nachdem wir uns freundlich verabschiedet hatten, wurden wir direkt in das Hotel gebracht. „Warum humpelst denn so mit deinen Krücken, tut dir der Popo weh?“, frotzelte ich. Wir mussten kichern.

„Also bitte, eineganz aufmerksame junge Dame war das. Ich musste mich doch erst mal mit ihr unterhalten, mich vorstellen, was ich arbeite und warum ich hier bin, das dauert nun mal seine Zeit.“

Warum wir auf dem Hinweg einmal umsteigen mussten, konnte uns der nette Hotelboy auch nicht erklären.

An der Bar stand der Unsympath, den sie unter dem Komatsubagger beim Fotografieren erwischt hatten, betrunken mit dampfenden Hosen da und pöbelte. Dann schwankte er mit seinem Whiskyglas zu uns: „Wo kommt denn ihr her? Ist doch langweilig hier! Wenn ihr Lust habt, nehme

ich euch mit, dann suchen wir uns Frauen. Ich zeige euch Ossis mal, wie das so richtig geht, ich kenne mich aus.“

„Du, mein Weltbester, wir kommen gerade von dem, was du an

falscher Stelle suchst. Uns reicht es, war ein Traum. Kann ich dir nur empfehlen. Trotzdem viel Erfolg bei der Jagd“, wünschte ich ihm und wir nahmen noch einen zur Brust. Den schon über Kreuz schauenden Trottel ließen wir links liegen.

Tags darauf ging es mit dem Shinkansen in die alte Kaiserstadt Kyoto....

 

 

 

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Der Wendezeitroman 'Wild Wild Ost' mit einigen Rezi zum stöbern.

Zu Wild Wild Ost

Ebenso authentisch, wenn auch von einem Westdeutschen und schon deshalb sprachlich etwas krachender, kommt die Glücksritter-Klammotte "Wild, wild Ost" von Terry Kajuko daher. Dem erzählenden Gartenbau-Unternehmer geht es 1990 wie der ganzen alten Bundesrepublik: Die fetten Jahre sind vorbei, Aufträge knapp und sein schwäbisches Leben öde. Im Dresden erlebt er seinen privaten Aufschwung Ost aus Korruption und Größenwahn – zum Glück mit Happy End: Dem Absturz des Schwaben.

STERN 20.Oktober 2012

 

»... seine Story ist so erheiternd, dass das Buch tatsächlich das Zeug hat,

Kultstatus zu erlangen.«              Oliver v. Schaewen Stuttgarter Zeitung

„…Hätte Egon Krenz geschafft, seine "Wende" tatsächlich umzusetzen, er hätte das, was da von Kap Arkona bis Weimar vor sich ging, fröhlich als NÖP bezeichnen können, als Neue Ökonomische Politik, frei nach Lenin und dem, was den Hintergrund für die rasanten Geschichten von Ilf und Petrow abgab. Kajukos Gestalten sind genau solche Typen, wie sie bei den beiden Russen dem einen, geldgepolsterten Stuhl hinterherjagen…Kajukos Geschichte hat sichtlich das Zeug zu einer rasanten Verfilmung. Wenn sich einer der deutschen Regisseure traut, denn mit melancholischen Seelenzerknirschungen kann er in keiner der flotten Szenen arbeiten. Das Buch lebt von Nicht-Besinnen, von Atemlosigkeit und immer mehr Sex und Drogen und PS und beschreibt damit ziemlich genau das gedankenloseste Jahrzehnt in der jüngeren deutschen Geschichte.“

Leipziger Internet Zeitung

 

„…Der Erzähler moralisiert nicht, sondern berichtet von einer Goldgräbergeschichte aus dem deutschen Osten – also von Verhältnissen, die zwar vergangen sind, sich aber in die nationale Psyche eingeprägt haben…“ Züricher Zeitung

„Alleine die Idee ist eine Auszeichnung wert: Terry Kajuko wirft die Symbolik des Wilden Westens, vermischt mit dem Totenkopf der Piraten, über den Aufbau Ost. Der Wilde Westen, das bedeutet: Goldrausch, harte Sitten, Kampf ums Überleben, Gesetzlosigkeit, Raffgier…an manchen Stellen, wenn die verheirateten Männer ihre Angetrauten vernachlässigen und betrügen, wenn der Alkohol fließt und das Koks über Straßen fegt, dann wird man an diese merkwürdige, gedankenlose und primitive Erzählstruktur von American Psycho erinnert. Wohl auch deswegen, weil viel zu wenige Autoren so wie Bret Easton Ellis oder Terry Kajuko den Mut aufbringen, die Oberflächlichkeit des modernen Kapitalisten zum Thema zu machen und dahinter nicht mehr als ein großes, sinnloses Nichts zu entdecken…“ Literaturkritiker Christoph Mann

„Ist das wahr? Ist das erfunden? Wenn es nicht wahr wäre, müsste man es erfinden, so verrückt sind die Geschichten des Schwabener Gartenbauers Terry Kajuko, die er nach der Wende in Dresden erlebt hat.“ André Hille, Textmanufaktur

„Und ist es auch nicht wahr, so ist es doch wenigstens gut erfunden“, weiß ein irisches Sprichwort – und das ist mir immer wieder eingefallen, als ich „Wild Wild Ost“ gelesen habe. Was mag an dieser Geschichte erfunden sein – oder vielleicht besser: Was ist an ihr nicht erfunden? Wenn „Wild Wild Ost“ seine Bezeichnung als Roman wirklich verdient, dann lässt das nur den Schluss zu, dass Kajuko einfach ein sehr einfallsreicher Erzähler ist – denn so, genauso muss es damals gewesen sein, als die Wessi-Pioniere sich auf den großen Treck Richtung Osten begaben, um dort Neuland zu erschließen…“ Literaturkritik Gemeinwesen

 

Und aber auch „Das gesamte Buch ist eine Anhäufung von Trink- und Essgelagen. Frauen sind in diesem Buch nur ein Objekt der männlichen Gelüste und dumm.“ Rezi Bokmask

"Kajukos Geschichte hat sichtlich das Zeug zu einer rasanten Verfilmung. Wenn sich einer der deutschen Regisseure traut, denn mit melancholischen Seelenzerknirschungen kann er in keiner der flotten Szenen arbeiten. Das Buch lebt von Nicht-Besinnen, von Atemlosigkeit und immer mehr Sex und Drogen und PS. Und beschreibt damit ziemlich genau das gedankenlosteste Jahrzehnt in der jüngeren deutschen Geschichte." (Ralf Julke, L-IZ, 29.10.2007)

Terry Kajuko versteht es in einer einfachen und gewitzten Sprache den Aufstieg der beiden Glücksritter dem Leser nahe zu bringen. Dabei beschönt er weder den Betrug noch verurteilt er die Naivität der Ostdeutschen, die es dennoch verstehen, ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen. Die Verlierer sind hier nämlich die Westdeutschen. (...) Dieser unterhaltsame Roman blickt zurück in eine Zeit, in der alles möglich war - Positives als auch Negatives." (Nadja Naumann, Sonntagsnachrichten, 25.11.2007)

"Knapp 20 Jahre nach dem Fall der Mauer erzählt Terry Kajuko in seinem Erstlingswerk Wild Wild Ost, eine wahre Geschichte von Gier und Größenwahn, von Höhenflug und tiefen Fall in einer spröden, ehrlichen Sprache. Das Buch, für den Autor ein Stück Zeitgeschichte, schildert die Wendezeit einmal nicht aus ostdeutscher Perspektive, sondern aus der Sicht eines Wessis." (Harz Kurier / Echo zum Sonntag, 30.12.2007)

Achtung: Die Ausgabe im pleitegegangenen Plöttner-Verlag ist nur die Schmalspurversion!