Wild Wild Ost

Goldrausch an der Elbe

Im ROED - Verlag, oder in meinem Shop

4. erweiterte Ausgabe mit einer zusätzlichen Story

 

ISBN 978-3-9807733-4-8

Manuskript aus der Wohnzimmer Lesung bei Rita

Es war Anfang Januar 1990.

Wenn ich aus dem Fenster schaute, sah ich, dass es kalt war, windig und ein fieser Schneeregen von den dicken Wolken herabprasselte.

Für mich als Gartenbauer war die Vorstellung alles andere als angenehm, im Freien irgendwelche matschigen Gartenarbeiten verrichten zu müssen.

Es war gerade einige Wochen her, als wir alle in den Medien die wundersame „Wende“ mit verfolgten. Dies war bei weitem spannender als jeder Actionfilm. Wir hatten einen neuen „Jesus Christ Superstar“ mit dem Namen Michail J. Gorbatschow! Neue Begriffe formten die Gemüter der nach Wiedervereinigung lechzenden Menschen: „Glasnost“ und „Perestroika“.

Ja der „Dicke“ Helmut machte mit „Genschman“ eine ausgesprochen positive Figur. Sein Motto war wie sein massiger Körper: einverleiben.

Ich war so richtig Pleite, Schulden bis über beide Ohren und witterte im Osten eine Chance, einen Neubeginn zu starten.

Mein Scheibentelefon aktivierte ich und probierte es noch einmal mit Karl-Marx-Stadt, 00 37 71... Besetzt. 

Dann Leipzig, 00 37 41... Das Gleiche.

Einmal noch Dresden, dann musste ich unbedingt den Architekten Stoff anrufen, um mit ihm Details für eine kleine Gartenanlage zu besprechen.

Ich wählte 00 37 51...

„Rat der Stadt Dresden. Was kann ich für Sie tun?“, klang eine weibliche Stimme im feinsten Sächsisch an mein schon heißes Ohr.

Es war wie eine himmlische Offenbarung.

 „Mein Name ist Martin Stengele, ich spreche für ein Stadtplanungsteam und wünsche mit der zuständigen Stelle einen Besprechungstermin.“       Klick.

„Glaiber, Stadtplanungsamt, was kann ich für Sie tun?“

„Guten Tag, mein Name ist Stengele. Martin Stengele, ich vertrete ein Planungsteam im Raum Stuttgart und hätte gern mit Ihrem Stadtplanungsamt einen Besprechungstermin.“

Meinen Akzent versuchte ich im Zaum zu halten, zog nervös an meiner Zigarette.

Die Dame am anderen Apparat: „Ach herrje, bei uns geht es drunter und drüber. Seit der Wende ist hier nichts mehr normal. Na, schauen wir mal, ob noch was in diesem Monat frei ist. Nein, hm, höchstens nächste Woche Dienstag. Ja, das ginge, so gegen elf Uhr. Vielleicht ein bisschen kurzfristig, oder?“

„Nächsten Dienstag, Dienstag … ja, das müsste gehen. Wo?“

 „Na bei uns im Rat der Stadt Dresden, ich werde unseren verantwortlichen Chefplaner der Stadt Dresden, Herrn Dr. Möbius, informieren, damit er mit Ihnen die Gespräche führt. Bitte wenden Sie sich an die Information am Eingang. Also dann elf Uhr. Vielen Dank, auf Wiederhören und gute Anfahrt.“

Erstes Mal in Dresden

 Die Nacht, bevor es nach Dresden ging, konnte ich vor Aufregung kaum schlafen. Den Wecker brauchte ich nicht, denn ich war schon wach, bevor er klingelte. Meine Reisetasche stand griffbereit im Flur und mein dunkler Anzug hing an der Garderobe. Ich lud meinen Wagen voll und fuhr los in Richtung DDR. Im Radio hörte ich, dass die Bundesregierung einen Kabinettsausschuss „Deutsche Einheit“ gebildet hatte. Gegen 7:30 Uhr kam ich an Nürnberg vorbei, dann ging es weiter Richtung Bayreuth. Zwischendurch tankte ich mein Fahrzeug auf, damals kostete der Diesel um die 95 Pfennige, trank einen Kaffee und weiter ging es. Der Verkehr nahm merklich zu, vor der Grenze standen dann massenhaft Fahrzeuge im Stau. Geduldig wartete ich, bis ich die Grenze passieren konnte.

Der DDRBeamte war freundlich, schaute meinen Ausweis an, stempelte ihn ab und weiter ging es. Richtung Chemnitz. Dresden 87 Kilometer.

Fast hatte ich es geschafft. An der Abfahrt Dresden-Altstadt fuhr ich raus. Brauner Dunst lag über der ganzen Stadt. Braunkohlequalm, ungefiltert. Ich fuhr den anderen Fahrzeugen nach, immer die Vorfahrtstraße entlang.

Vor mir tauchte ein orientalisches Gebäude auf. Eine Architektur wie aus 1001 Nacht. Später las ich, dass dieses bauliche Kunstwerkauf den Namen „Yenidze“ hörte, was so viel wie „neue Stadt“ heißt. Ein Omen?

Es war mittlerweile dunkel und ich benötigte dringend ein Hotel.

Allgemeine Aussage in den Rezeptionen: „Nein, wir haben kein Zimmer“ „Nein, wir haben kein Zimmer“  Beim 5. Hotel wieder: „Nein, wir haben kein Zimmer“, die Blondine fügte aber kaum hörbar hinzu : „und das eine, was noch frei wäre, kann ich Ihnen beim besten Willen nicht anbieten.“

„Doch, doch, bitte“, sagte ich, „ich bin nicht anspruchsvoll.“

„Dieser Stock ist nur mit Russen besetzt. Die lärmen und sind ständig betrunken“, sagte sie entschuldigend.

„Das ist mir völlig egal.“

Man einigte sich über den Preis. 

Mein Zimmer mit der Nummer 1034 lag am Ende des düsteren Ganges.

Es war warm. Sehr warm. Die Heizkörper ließen sich nicht abdrehen. Vielleicht ein Fenster aufmachen? Ging nicht, keine Griffe dran.

Ich fasste mir an den Hals und hatte Durst, es war trocken und stickig. Die Zimmereinrichtung glich der eines Schullandheims, in dem ich einmal war. Pressholz, Kirsche Furnier. Rote Lampen wie in den 60ern. Mich dürstete es und Hunger kam hinzu.

Ich fuhr mit dem Aufzug runter in die Lobby. Nebenan im Restaurant bestellte ich die erste Soljanka meines Lebens, eine Art Wurstgulasch mit einem Schuss Sauerrahm und einer Zitronenscheibe in der Mitte. Anschließend Krautrouladen mit Salzkartoffeln und würzig-brauner Sauce.

Die Nacht verging wie im Flug. Ich schlief trotz der Wärme gut und von den Russen hörte ich auch nichts.

Um elf Uhr war mein Termin mit dem Stadtarchitekten Dr. Möbius. 

In einem kleinen Warteraum wurde mir eine heiße, dunkle, starke Brühe gereicht, welches sich im Osten Kaffee nannte.

Während ich im Besprechungsraum wartete, war ich nervös und sortierte meine Sätze. Da flog die Tür auf und vor Frau Glaiber trat ein großer fülliger Mann mit Vollbart ein, der aussah wie der Weihnachtsmann, oder besser Karl Marx mit einer Nickelbrille, und kam auf mich zu. Ich stand auf und wir begrüßten uns.

Während wir dasaßen und uns beäugten, fragte er mit einer leisen Stimme nach meinem Anliegen.

Martin:

„Ja, Herr Dr. Möbius, ich hatte hier angerufen und um einen Termin gebeten. Wir sind aus dem Raum Stuttgart und ich vertrete eine interdisziplinäre Gruppe aus verschiedenen Bereichen der Architektur, gerne würden wir hier mit Ihrem Team zusammenarbeiten. Wir sind fleißige Leute aus dem Württembergischen und auf der Suche nach Arbeit.“

Möbius:

„Arbeit ist hier genug. Was glauben Sie, was hier los ist? Hier geben sich zurzeit Architekten, Ingenieure, Bauleute und Makler die Türklinke in die Hand. Ich weiß gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht und wo das hinführen soll.“

Martin:

„Das kann ich mir gut vorstellen. Ich möchte Sie auch gar nicht lange aufhalten und erklären, wie gut wir sind und was wir alles können oder gemacht haben. Wenn Sie einverstanden sind, werde ich mit Frau Glaiber einen Termin vereinbaren und mit meinem Partner vorbeikommen, um das Ganze in Ruhe anzugehen. Ist das in Ordnung? Ich bin mir sicher, dass wir dann gemeinsam was auf die Reihe bekommen“.

Möbius: „Sie Schwäble, Ihre Herkunft können Sie wohl auch nicht verleugnen. Frau Glaiber, vereinbaren Sie mit diesem Schwaben und seinem Partner einen neuen Termin. Auf Wiedersehen und eine gute Heimreise.“

Ich hatte einen weiteren Term in, fantastisch. Wer diese interdisziplinäre Planungsgruppe war? Keine Ahnung. Erstmal nur ich. Jetzt galt es die Truppen zu suchen. Da gab es nur einen. Fabius Stoff. Ein Lebemensch, Vollchaot und Architekt seines Zeichens.

Der nächste Termin war an einem Dienstag zwei Wochen später. Fabius Stoff konnte ich tatsächlich nach mehreren Rotweinschorle für das Projekt Ost erwärmen und es ging nach Dresden.

Nach unserem Frühstück im Hotel, welches Fabius Stoff mit einer Flasche Rotkäppchen genüsslich abschloss, saßen zwei Wessis in dem mir bekannten Warteräumchen, im Rathaus. Eine Dame kam herein und servierte uns rabenschwarzen Kaffee. Der Kaffee gleichen Typs, wie bei meinem ersten Besuch. Fabius verzog das Gesicht: „Das ist ja widerlich.“

Nach einer Viertelstunde ging die Tür auf. Voran schritt, mit strubbeligem Haar und Rauschebart, Dr. Möbius, der Chefplaner, dahinter das Architektentrio, Frau Glaiber mit zwei jüngeren Herren namens Grabschinski und Knetemeier. Man schüttelte einander die Hände.

„Und was wollt ihr hier tun?“, fragte Dr. Möbius fast weinerlich.

 „Alles. Wir können alles“, rief Fabius. „Wo brennt es denn am meisten? Zeigen Sie uns doch mal eine Karte von der Stadt.“

Möbius: „Das erläutern wir Ihnen bei einem Rundgang. Nu.“

Wir wackelten also gemeinsam durch den Stadtteil Pieschen, fast alles historische Bauten, die sich in einem jämmerlichen Zustand befanden, und wunderten uns, dass Dr. Flöhtus immer wieder flötete: „Ja, das könnt ihr noch tun“ und „Da ist noch Bedarf“ und so weiter. Hinter jedem Satz folgte ein „nu, nu“.

Nachdem wir in der Kälte über eine Stunde lang Pieschen begutachtet hatten, sagte Stoff: „So, Dr. Möbius, ich habe genug gesehen, jetzt laden wir Sie und Ihr Team zum Essen ein. Wo könnten wir denn hingehen?“

Möbius: „Ja, ich bin doch ein wenig überrascht, dass Sie uns alle zum Essen einladen wollen, aber wir nehmen die Einladung gerne an. Gehen wir doch ins Szeged.“

Szeged, ein ungarisches Restaurant.

Eine lange Schlange Menschen stand vor der Tür und blickte zornig und gleichzeitig erwartungsvoll die Treppen hoch. „Martin, schau doch mal, was da los ist“, sagte Fabius und ich schob mich an der Menschenschlange in ihren farblosen Mänteln und dicken Jacken vorbei.

„Nu, nu, wollen doch wohl nicht drängeln“, raunte es von überall her.

Martin: „Bin ja gleich wieder weg“, stammelte ich zurück und stand oben vor der Restauranteingangstür. Da alles aus Glas war, konnte ich ins Innere des Restaurants schauen. Was stellte ich fest? Gelangweiltes und lustloses Bedienungspersonal und kaum Gäste.  Auf vielen der gedeckten Tische erkannte ich Reserviert-Schildchen, obwohl nur wenige Gäste Platz genommen hatten.

Ich zurück, die Treppe runter und erzählte Fabius, was sich da oben abspielte. „Moment, das haben wir gleich“, meinte Fabius und signalisierte mir, dass ich mit ihm nochmals nach oben gehen sollte. Kaum hatte er die Restauranttür aufgemacht, kam uns ein erboster Kellner mit erhobenem, abweisendem Zeigefinger entgegen.

„So geht das aber nicht, meine Herren. Nur schön der Reihe nach. Alles muss seine Ordnung haben. Hier ist alles reserviert.“ Und das in gepflegt schnippischem Sächsisch.

 „Sind Sie der Restaurantchef?“, fragte Fabius höflich und zeigte ihm diskret einen fetten Fünfziger mit der Bemerkung, dass doch für Architekt Stoff und Kollegen sicherlich um diese Uhrzeit reserviert worden war.

„Ach natürlich, auf Sie haben wir doch schon gewartet, Herr Architekt Stoff. Kommen Sie doch gleich herein.“

„Martin, hol die anderen“, rief Fabius und ging mit dem Chefkellner schon mal voraus. Der Kellner schwebte förmlich vor Fabius her, um ihn an den schönsten Tisch zu geleiten, doch wir hatten einen Spießrutenlauf durchzustehen. „Schiebung, Bonzen, Funktionäre, rote Socken, Wendehälse, Scheißwessis ...“ und was sie uns noch alles zuriefen.

Egal, wir saßen an dem besten Tisch im Restaurant. Der Sekt kam und wir prosteten uns zu und wünschten uns eine gute Zusammenarbeit.

„Das ist ein Gruß des Hauses“, zwitscherte der korrupte Kellner.

Als wir uns nett unterhielten, kam der Chefkellner her und zeigte uns zu unserer Überraschung auf einem Tablett aufgereiht etliche Büchsen und Gläser. In den Büchsen von Bonduelle waren Möhren, Erbsen, Bohnen, Mais, in den Gläsern vom Schlage Hengstenberg, Rote Bete, Gewürzgurken, Paprika und einiges mehr, mit der Erklärung: „Alles feine Westware. Wir haben nur gute Sachen aus dem Westen, wie Sie feststellen können.“

Wir schlapperten eine Flasche bulgarischen Bärenbluts nach der anderen. Dann gab’s vom Chefkellner noch einen ungarischen Kräuterschnaps, den wir mit einem lauten „Prosit“ runterkippten und die deutsche Wiedervereinigung lautstark forderten.

 

Einer von den Stadtarchitekten, Dipl.-Ing. Grabschinski, fragte mich nebenbei leise, ob wir auch Interesse an einem Projekt an der Peripherie von Dresden hätten. Ein Gewerbegebiet!... 

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Der Wendezeitroman 'Wild Wild Ost' mit einigen Rezi zum stöbern.

Zu Wild Wild Ost

Ebenso authentisch, wenn auch von einem Westdeutschen und schon deshalb sprachlich etwas krachender, kommt die Glücksritter-Klammotte "Wild, wild Ost" von Terry Kajuko daher. Dem erzählenden Gartenbau-Unternehmer geht es 1990 wie der ganzen alten Bundesrepublik: Die fetten Jahre sind vorbei, Aufträge knapp und sein schwäbisches Leben öde. Im Dresden erlebt er seinen privaten Aufschwung Ost aus Korruption und Größenwahn – zum Glück mit Happy End: Dem Absturz des Schwaben.

STERN 20.Oktober 2012

 

»... seine Story ist so erheiternd, dass das Buch tatsächlich das Zeug hat,

Kultstatus zu erlangen.«              Oliver v. Schaewen Stuttgarter Zeitung

„…Hätte Egon Krenz geschafft, seine "Wende" tatsächlich umzusetzen, er hätte das, was da von Kap Arkona bis Weimar vor sich ging, fröhlich als NÖP bezeichnen können, als Neue Ökonomische Politik, frei nach Lenin und dem, was den Hintergrund für die rasanten Geschichten von Ilf und Petrow abgab. Kajukos Gestalten sind genau solche Typen, wie sie bei den beiden Russen dem einen, geldgepolsterten Stuhl hinterherjagen…Kajukos Geschichte hat sichtlich das Zeug zu einer rasanten Verfilmung. Wenn sich einer der deutschen Regisseure traut, denn mit melancholischen Seelenzerknirschungen kann er in keiner der flotten Szenen arbeiten. Das Buch lebt von Nicht-Besinnen, von Atemlosigkeit und immer mehr Sex und Drogen und PS und beschreibt damit ziemlich genau das gedankenloseste Jahrzehnt in der jüngeren deutschen Geschichte.“

Leipziger Internet Zeitung

 

„…Der Erzähler moralisiert nicht, sondern berichtet von einer Goldgräbergeschichte aus dem deutschen Osten – also von Verhältnissen, die zwar vergangen sind, sich aber in die nationale Psyche eingeprägt haben…“ Züricher Zeitung

„Alleine die Idee ist eine Auszeichnung wert: Terry Kajuko wirft die Symbolik des Wilden Westens, vermischt mit dem Totenkopf der Piraten, über den Aufbau Ost. Der Wilde Westen, das bedeutet: Goldrausch, harte Sitten, Kampf ums Überleben, Gesetzlosigkeit, Raffgier…an manchen Stellen, wenn die verheirateten Männer ihre Angetrauten vernachlässigen und betrügen, wenn der Alkohol fließt und das Koks über Straßen fegt, dann wird man an diese merkwürdige, gedankenlose und primitive Erzählstruktur von American Psycho erinnert. Wohl auch deswegen, weil viel zu wenige Autoren so wie Bret Easton Ellis oder Terry Kajuko den Mut aufbringen, die Oberflächlichkeit des modernen Kapitalisten zum Thema zu machen und dahinter nicht mehr als ein großes, sinnloses Nichts zu entdecken…“ Literaturkritiker Christoph Mann

„Ist das wahr? Ist das erfunden? Wenn es nicht wahr wäre, müsste man es erfinden, so verrückt sind die Geschichten des Schwabener Gartenbauers Terry Kajuko, die er nach der Wende in Dresden erlebt hat.“ André Hille, Textmanufaktur

„Und ist es auch nicht wahr, so ist es doch wenigstens gut erfunden“, weiß ein irisches Sprichwort – und das ist mir immer wieder eingefallen, als ich „Wild Wild Ost“ gelesen habe. Was mag an dieser Geschichte erfunden sein – oder vielleicht besser: Was ist an ihr nicht erfunden? Wenn „Wild Wild Ost“ seine Bezeichnung als Roman wirklich verdient, dann lässt das nur den Schluss zu, dass Kajuko einfach ein sehr einfallsreicher Erzähler ist – denn so, genauso muss es damals gewesen sein, als die Wessi-Pioniere sich auf den großen Treck Richtung Osten begaben, um dort Neuland zu erschließen…“ Literaturkritik Gemeinwesen

 

Und aber auch „Das gesamte Buch ist eine Anhäufung von Trink- und Essgelagen. Frauen sind in diesem Buch nur ein Objekt der männlichen Gelüste und dumm.“ Rezi Bokmask

"Kajukos Geschichte hat sichtlich das Zeug zu einer rasanten Verfilmung. Wenn sich einer der deutschen Regisseure traut, denn mit melancholischen Seelenzerknirschungen kann er in keiner der flotten Szenen arbeiten. Das Buch lebt von Nicht-Besinnen, von Atemlosigkeit und immer mehr Sex und Drogen und PS. Und beschreibt damit ziemlich genau das gedankenlosteste Jahrzehnt in der jüngeren deutschen Geschichte." (Ralf Julke, L-IZ, 29.10.2007)

Terry Kajuko versteht es in einer einfachen und gewitzten Sprache den Aufstieg der beiden Glücksritter dem Leser nahe zu bringen. Dabei beschönt er weder den Betrug noch verurteilt er die Naivität der Ostdeutschen, die es dennoch verstehen, ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen. Die Verlierer sind hier nämlich die Westdeutschen. (...) Dieser unterhaltsame Roman blickt zurück in eine Zeit, in der alles möglich war - Positives als auch Negatives." (Nadja Naumann, Sonntagsnachrichten, 25.11.2007)

"Knapp 20 Jahre nach dem Fall der Mauer erzählt Terry Kajuko in seinem Erstlingswerk Wild Wild Ost, eine wahre Geschichte von Gier und Größenwahn, von Höhenflug und tiefen Fall in einer spröden, ehrlichen Sprache. Das Buch, für den Autor ein Stück Zeitgeschichte, schildert die Wendezeit einmal nicht aus ostdeutscher Perspektive, sondern aus der Sicht eines Wessis." (Harz Kurier / Echo zum Sonntag, 30.12.2007)

Achtung: Die Ausgabe im pleitegegangenen Plöttner-Verlag ist nur die Schmalspurversion!