...„Mir ist jetzt noch schwindelig. Sag mal, du wohnst schon sieben Jahre hier (Gambia)?“

Sie erwiderte: „Nein, sechs Jahre.“

„Okay. Sechs Jahre. Ja, alleine? Oder hast du einen Mann, der dir da hilft? Ist ja bestimmt nicht einfach hier, in so einem doch exotischen Land als Weiße zu bestehen“, wollte Martin wissen. „Quatsch, Mann. Meinen Schwarzen habe ich zum Teufel gejagt. Kaum hast du einen von den Bimbos geheiratet, schaffen die zuhause keinen Meter mehr und sitzen nur noch vor der Glotze, vögeln fremd oder gehen in die Kneipe mit anderen Schwarzen, die weiße betrogene Frauen unglücklich in ihren Behausungen lassen. Schlimm ist es, wenn die weißen Frauen Kinder bekommen und dann womöglich kein Geld mehr für diese Machos aufbringen können. Dann ist aber was los. Nun gut, wir helfen uns untereinander, so gut es eben geht.“

„Wo hast du denn deinen Ex kennengelernt?“, wollte Gitte wissen.

„Na, im Urlaub hier. Hier laufen doch all diese „Bumster“, wie sie allgemein genannt werden, am Strand auf und ab und machen jede weiße Frau, egal welchen Alters, an. Damals bin auch ich diesem schwarzen Charme, eben dieser Exotik erlegen. Und freundlich war er damals und ein Gentleman, und Kanonen haben die, kein Vergleich mit den Würstchen meiner weißen Ex-Freunde.“ „Ja, wie Dschungelgötter“, fügte Muttchen anerkennend kichernd hinzu.

Gitte und Martin grinsten sich an. Heike sprach Tacheles. „Alle weißen Frauen, die hier leben und einen Schwarzen geheiratet haben, sind wieder geschieden oder kurz davor. Das Glück ist nur von kurzer Dauer. Wie schon erwähnt, spätestens dann, wenn deine Kohle zu Ende geht, dann bist du uninteressant. Ganz schlimm ist es, wenn du dich mit einem Muselmanen eingelassen hast. Die Familie ist dann immer dein Feind. Du bist dreckig, weil du Christin bist. Andersherum funktioniert es wohl besser. Die meisten weißen Männer haben ihre schwarzen Perlen noch.“ 

 „Interessant. Ja, aber Arbeit hast du hier wohl jede Menge, oder?“, wollte Gitte wissen.

„Eben nicht. Normalerweise: ja. Wie soll ich sagen? Solange ich verheiratet war, lief alles gut und ich verdiente auch nicht schlecht. Aber als ich vor zwei Jahren geschieden worden bin, hat mir mein Ex das Leben zur Hölle gemacht. Er arbeitet beim Ministerium für Ökonomie und schwupps war ich meine Arbeitslizenz los. 20.000 $ wollte er, wenn ich meine Arbeitserlaubnis wiederbekommen wollte. Da sagte ich Nein. Deshalb habe ich so gut wie keine einheimischen Patienten mehr. Es gibt hier auch eine Menge betuchter Einheimischer, die sich mich leisten können. Die zahlen richtig gut. Da schlage ich immer einen Armenrabatt drauf, denn diejenigen, die nichts haben, kann ich nicht fortschicken. Momentan ist es so, dass ich mich nur mit den Gästen aus den Hotels über Wasser halten kann. Ich kann deshalb auch nichts über Rechnung laufen lassen, da meine Registrierung eingezogen wurde. Bin mal gespannt, wie das weitergehen soll. Ich mache natürlich in der Form Druck, dass ich keine Einheimischen behandele, ob mit oder ohne Geld, und gebe denen auf den Weg mit, dass mir die Lizenz entzogen wurde und sie sich bei der zuständigen Behörde beschweren sollen. Dies zeigt Wirkung. Die haben auch schon eine Unterschriftenaktion gestartet. Voran der Polizeichef von hier, denn sein achtjähriger Sohn hat chronisches Asthma und ist bei mir in Behandlung. Die Chancen für mich, die Lizenz wieder zu erhalten, stehen nicht schlecht. Natürlich schrieb ich nicht nur dem Polizeichef die genauen Adressen auf, wo der Bösewicht sitzt und wohin sie sich wenden müssen. Ich denke, dass da nun Bewegung in die Geschichte kommt. Warten wir mal ab.“ 

 „Mutig, mutig, sage ich da nur, nicht wahr, mein Lieber?“, anerkennend Gitte. „Allerhand. Respekt, Hut ab. Ich werde dich jedenfalls wärmstens weiterempfehlen. Rück doch noch ein paar von deinen Visitenkärtchen raus und ich verteile diese an die Reiseleiter. Wir für unseren Teil bedanken uns, hier das Geld, und vielleicht darf ich euch mal zum Essen einladen...

 


Zum Buch

 

Über Facebook bekam ein gewisser Martin Stengele, den
wir aus dem Wendezeitroman `Wild Wild Ost´ bereits kennen, Kontakt zu einem gleichaltrigen User aus Gambia. Ihre Väter mussten sich in einem kleinen Örtchen namens Dien Bien Phu, nicht weit von China und in der Nähe von Laos begegnet sein. Damals in der Schicksalsschlacht 1953 oder 1954 hatten sie möglicherweise Kontakt zueinander.

 

Um den redlich verdienten Urlaub zu verbringen und dabei seinen Wissensdurst zu stillen, packte ihn eine treibende Neugier. Mit seiner Frau flog er nach Westafrika um seine Facebook-Bekanntschaft zu treffen und Zeitzeugen zu befragen.


 Wenn reisewütige Repräsentanten aus Deutschland
unterschiedlichen Alters, im kleinsten Urlaubsland Afrikas ihren Urlaub verbringen, dann kann man davon ausgehen, dass dies einen respektablen Durchschnitt der bundesrepublikanischen Urlaubskultur wiederspiegelt.


 Doch gibt es im schwarzen Afrika viele Gefahren und viele Fragen:


 Können wir davon ausgehen, dass der Gastgeber seine Gäste aus der sogenannten ersten Welt, als gleichberechtigte Rasse begrüßt oder trifft es auf Arroganz und Hochmut?


 Gibt es im eingeklemmten Land zwischen dem Senegal gefährliche Löwen und Hyänen, die
etwas von dem weitgereisten weißen Speck abhaben wollen oder sind dies nur Hirngespinste
touristischer Prahlereien?


 Wenn Flusspferde Touristenboote rammen, sind dies dann mörderische Bestien oder beschützen die Elterntiere nur ihren Nachwuchs?


 Verspeisen dort im Land entlang des Gambia-Flusses die Menschenfresser am liebsten Vegetarier oder doch nur richtiges Fleisch?


 Kann man als ausländischer Gast dem einheimischen Hotelangestellten einen Plastiksack voll Schwarzgeld anvertrauen oder verschwindet er und war mal längste Zeit
einheimischer Hotelangestellter?


 Kann man Krokodile streicheln oder ist man hinterher dem Orthopäden ein guter Freund?


 Können sich Affen am Tisch benehmen oder gehen sie lieber Angeln?


 Ist man Moskitoangriffen schutzlos ausgeliefert oder kann man sie mit einem Ventilator bekämpfen?


 Waren Sklavenjäger Sportskameraden oder der Polizeichef nur ein Spielverderber?


 Sind große Ansammlungen von Steindildos Fruchtbarkeitssymbole oder sind die Megalithen kosmischen Ursprungs?


 Sind Schalker immer nur Königsblau oder sehen Tunten alles nur durch eine rosa Brille?


 Eignen sich Briten als Darwische oder besser als Freischneider?


 Sorgt Natural Viagra für einen strammen Max oder macht es dich matt?


 Gibt es einen Schlüssel in die Vergangenheit oder gibt es für Kinder nichts zu essen?


 Sind die Malariaviren tatsächlich so groß, dass man sie mit dem bloßen Auge sehen kann oder wurde im Fieber fantasiert?


 Gibt es einen deutschen Drillmaster für Gambias Marines oder existiert General von Lettow-Vorbeck noch?


 Treiben tote Seelen vor Afrikas Küste oder leben Seefahrer in hölzernen Masken?


 Kann man leben wie Gott in Gambia oder nur benehmen wie Narren aus Alemannia?


 Lächeln gambische Gefangene gerne im Knast oder ist Steve Urkel nur ein Double?


 Sind Bumster gute Schnellläufer oder mögen sie kein Wasser?


 Darf man deutsche Polizisten winken oder ist man dann in Afrika?


 Fragen über Fragen und nur das Buch kennt die Antworten... siehe auch im Shop von mir
http://www.kajuko.de/shop/

 

 

 

 

 

Karrikaturen: Georg Zitzmann, www.schnellzeichner-karikaturist.eu