Söhne in der Vergangenheit

 

 

 ...Ich komme eigentlich aus dem Senegal, aus der Nähe von Dakar, so

wie mein verstorbener Mann auch. Ihr wollt hören, was damals geschah?“

„Sehr gerne, Madame“, antwortete Martin, und sie führte ihre Erzählung

fort: „David erzählte mir von dir, Martin, dass dein Vater ebenfalls in Indochina

war. Also hört zu, ich komme gleich auf den Punkt: Nachdem er

halbtot aus Indochina zurückgekommen war, päppelte ich dieses Wrack

auf, bis er wieder aussah wie ein richtiger Djola.“

Mati war schon wieder am Herd und beiden schwante Schlimmes. Doch

machten sie keinen Mucks und hörten ihren Ausführungen zu:

„Ich war damals 17 Jahre und er 18 Jahre. Ich kannte ihn noch von früher,

bevor er zur französischen Kolonialarmee ging. Er war ein armer Schusterjunge

und ganz schön frech. Seine Eltern kamen aus dem Grenzgebiet

von Guinea-Bissau aus Goudomp und waren wie er Djolas. Die gibt

es selten in Dakar. Hühnchen nannte er mich immer. Ja, Hühnchen. Die

knackigen Mädchen waren wie die emsigen Bienen um ihn herum und ich

hatte wegen meines Gros Cul, Fat Ass (dicken Arsches), immer das Nachsehen.

Na ja, so ist das nun mal mit der Natur. Bei mir hat es der Herrgott

wohl ein bisschen zu gut gemeint. Trotz der Vielweiberei zog es ihn

immer zu mir. Vielleicht auch, weil er stets hungrig war, und bei mir gab es

sehr oft ein Stückchen Kuchen für ihn. Ich arbeitete damals in der französischen

pâtisserie. Wir hatten uns des Öfteren unterhalten, lachten viel bei

unseren Spaziergängen. Ich glaube, er mochte mich schon damals. Doch

war ich zu dick, um bei ihm die erste Flöte zu blasen. Zumindest bildete

ich es mir ein und war stets zurückhaltend und ziemlich verlegen. Eines

Tages kam er zu mir in die pâtisserie, wo ich leckere Schokoladenküchlein

fertigte, und meinte:,Mati, mein Hühnchen, ich habe mich freiwillig zur Kolonialarmee gemeldet.

Ich gehe dort für fünf Jahre hin und werde eine Menge Geld verdienen.

Warte auf mich, denn ich mag dich sehr.‘

Wir schwiegen uns dann eine Weile an. Ich denke, es lag daran, dass er

Djola und Christ war. In Dakar wohnen fast nur Moslems. Vielleicht hatte

er ein Problem damit, obwohl wir nichts gegen Christen hatten. Ich bin

eine Madinka und bin nun Moslem und Christ. Hier in Gambia geht das

alles. Nun zurück zur Story: Erstaunt fragte ich ihn: ,Wie? Du und Kolonialarmee,

du kannst doch nicht mal richtig schreiben und lesen und mit

Waffen kannst du doch auch nicht umgehen.‘

Ja, ich war da schon etwas verstört, denn er hatte nie erwähnt, dass er zur

Armee gehen wolle. Das war für uns Senegalesen immer so eine Sache

mit den Franzosen und ihren Hilfskräften. Oft gingen die jungen Männer

aus Dakar oder dem Umland zur Kolonialarmee und kamen nie wieder.

Nun gut. Er schwärmte mir was von einem fremden Land, Indochina, vor

und hampelte vor mir herum mit seinem tollpatschigen Militärschritt, den

er noch gar nicht kannte. Einen Besen als Gewehr hatte er geschultert.

So salutierte er vor mir mit seinem frechen Lachen. Dann ging alles sehr

schnell. Er kam eines Morgens zu mir mit einem Bündel Stoff auf dem Kopf

und sagte: ,Mati, ich liebe dich, nicht die anderen Mädchen. Ich werde dir

schreiben. Wenn ich zurückkomme, habe ich Geld und wir werden heiraten.‘

Mit einem Kuss verabschiedete er sich und ließ mich blöde Kuh mit meinen

Tränen alleine. Ich war ab diesem Zeitpunkt richtig verliebt in ihn. Ein

wenig stolz war ich natürlich auch und träumte nur noch von ihm. Wie

gerne hätte ich ihn in der schönen Uniform der Kolonialarmee gesehen

und mein Eigen nennen dürfen.“

Sie hielt inne und fuhr fort. „So, David, jetzt serviere ich Ihnen den Fisch.“

Gitte und Martin sagten schon gar nichts mehr, denn ein Widerspruch bei

Madame hätte keine Chance gehabt. Die Teller der beiden waren noch

halbvoll und in der Schüssel befand sich noch Hühnchen; Sauce und

Beilagen waren auch noch jede Menge übrig.

Jetzt kam auch auf einmal Bewegung in die Bude, denn das restliche

Essen wurde unter der Vielzahl der Kinder verteilt, die wie Kannibalen

darüber herfielen.

Serviert wurde nun ein großer, in Olivenöl gegrillter Fisch mit schön Knoblauch,

gemischtem Salat und warmem Fladenbrot. „Soll niemand behaupten,

dass Freunde meines Mannes hier hungrig aus diesem Haus

hinausgehen.“

Den Zigarettenstummel hatte sie während ihrer Erzählung nicht aus dem

Mund genommen und er zierte weiterhin ihr Gesicht. Die Entsorgung der

Asche übernahm die Schwerkraft.

„Ja, ich bekam Postkarten von ihm. Ab 1952 war er in Indochina und sollte

noch bis zum 1. Januar 1955 dienen. Dann kamen die Sache mit Dien

Bien Phu, die Gefangenschaft und die Entlassung aus der Grande Armée.

Vive la France, adieu. Immerhin, er hatte tatsächlich einiges Geld

erhalten. Da waren die Franzosen korrekt. Ich weiß es noch wie heute, wie

es war, als ich ihn am Hafen von Dakar abholte. Meinen Geburtstag hatte

ich vier Tage zuvor gefeiert und war nun 22 Jahre. Mein Vater begleitete

mich und fuhr unseren Eselskarren. Eine Postkarte mit einem Wasserbüffel

und einem Jungen auf dessen Rücken als Motiv war kurz zuvor mit

der Post gekommen und darauf stand das Datum seines Kommens. Wie

war ich glücklich. Ich wusste, dass er verletzt worden war und einiges

durchgemacht hatte. Aber nun würde er ja bald zu mir kommen. Jeder

Tag, den seine Ankunft näher rückte, war für mich das Schönste, was ich

bisher erleben durfte.

Mein Beten wurde von dem Allmächtigen endlich erhört und die vielen

Tränen und meine Traurigkeit würden endlich belohnt werden. Zwischen

den hunderten Soldaten, viele mit leeren Gesichtern, die da aus

dem Hafengelände herauskrochen oder getragen wurden, kam einer mit

einer Krücke, mein Numu, alleine in einen verstaubten Soldaten-Mantel

gehüllt, lächelnd mit einer Gauloise im Mund. Die Narbe auf seiner Stirn

fiel mir gleich auf. Wir schauten uns in die tränenden Augen, er sagte

nur mit leiser und der allerliebsten Stimme: ,Mein liebes Hühnchen‘. Dann

packte ich ihn auch schon und wir umarmten uns heftig.

Auf dem Heimweg sprach er kein Wort und schaute immer nur durch mich

hindurch in irgendeine unendliche Ferne. Mir fiel das erst richtig auf, als

wir zuhause bei uns ankamen. Ich war diejenige, welche die ganze Zeit

ohne Unterbrechung geplappert hat. Von all den Jahren der Enthaltsamkeit,

meinen Gefühlen, der Hausarbeit, den Problemen, die wir hatten.

Erst als mein Vater sagte ,Mein Gott, der arme Numu hat den Krieg überlebt

und wird jetzt von einem neugierigen Weib zu Tode gequatscht. Halt

doch mal die Klappe‘, wurde es mir bewusst.

Da waren wir aber schon in unserer Wohnung. Die Müdigkeit überkam

ihn und ich legte ihn in unser Bett, das ich frisch überzogen und mit vielen

wohlriechenden Kräutern auslegt hatte. Kein französisches Etablissement

roch so gut wie meine Lusthöhle, die allerdings an diesem Abend unbefleckt

blieb. Ja, ich habe mich bei weißen französischen Damen in Dakar

informiert, was in den Häusern mit den roten Lampen so getrieben wird

und wie es hinter den Gemäuern aussah. Ich wollte ihn so ein wenig aufreizen,

denn ich leistete mir teure Unterwäsche für heiße Stunden. Meine

Lust und Sehnsucht für ihn nach all den Jahren der Enthaltsamkeit waren,

wie meine Fantasie, riesengroß. Ich muss sagen, seitdem er wieder zuhause

war, war er sehr lieb, aber sprach recht wenig. Er arbeitete weiter

fleißig als Schuster und dann bekam er eines Tages ein Angebot aus Banjul

im britischen Gambia. Wir überlegten uns erst, nach Algerien zu gehen.

In einem Schreiben warb ein französischer Colonel ihn als Boy für sein

Anwesen an. Mit dem Colonel war er in Indochina gewesen und sie hatten

sich angefreundet. Der Verdienst war natürlich auch verlockend. Wir

überlegten es uns lange, aber nach Algerien wollten wir nicht, wegen der

Unruhen, und sagten in einem Brief ab.

Als Algerien die Unabhängigkeit erhielt, waren wir doch sehr froh, dass uns

Gott hier nach Banjul geführt hatte. Was mit den Frankreichtreuen Harkis

passierte, hörten wir mit Schrecken. Auch uns hätte das mordende Volk

als Harkis bezeichnet und wir wären wohl zwei von den 50.000 grausam

Ermordeten gewesen.

Der Hafen in Banjul sollte ausgebaut werden und eine britische Firma

suchte dringend Arbeiter. Er bekam einen Job und war für die Instandhaltung

eines Bekleidungsmagazins verantwortlich.

Für uns war es ein Segen, wir hatten wirklich Glück, denn er hinkte wegen

des Granatsplitters in seinem Fuß noch immer.

Durch seinen Fleiß ernteten wir schönes Geld und ich selbst konnte in

einer pâtisserie unterkommen und meinen Teil dazu beitragen, dass wir

uns das Häuschen leisten konnten, in dem wir uns jetzt befinden. Hier

heißt das ja Cake Shop. Wir hatten wirklich eine schöne Zeit, doch obwohl

er immer lieb zu mir war und mir jeden Wunsch von meinen Augen

ablas, so hatte er auch einen tiefen, schmerzhaften Stachel in seinem

Leib, den er noch nicht aus seinem Körper entfernt hatte: seine Erinnerung

an dieses grausame Dien Bien Phu. Als unser lieber David geboren

wurde, gab es viel Gin kurz nach der Entbindung, na ich trank auch

das eine oder andere Gläschen, und wir tranken auf unseren soeben

geborenen David. Da wurde er zum ersten Mal über den fernen Krieg

gesprächig und meinte, dass er sein Leben einem Stückchen Schokolade

zu verdanken habe. Dies habe sein Kamerad erzählt, der in der Gefangenschaft

ums Leben kam. In den Schützengräben von Dien Bien Phu

sei der schon im Delirium gewesen. Granatsplitter hatten seinen rechten

Fuß zerfetzt und er lag vor dem Feldlazarett, im hüfthohen Wasser. Zu

viele Verwundete befanden sich im Lazarett und noch mehr sahen im Regen

und Dreck ohne Hilfe dem Tod entgegen. Da kam ein weißer Fremdenlegionär,

ein parachutiste , den er schon einige Male gesehen hatte,

und schob ihm ein Stückchen Schokolade zwischen die Zähne. Kurz danach

sei er wohl aus seinem Koma aufgewacht und schöpfte wieder Lebensmut.

Eigenartig. Immer wieder erwähnte er diesen Fallschirmspringer

und dass er ihn irgendwann wiedersehen wird und sich dann bedanken

kann.

Kurze Zeit nach der Geburt unserer zweiten Tochter starb er in Folge seiner

Kriegsverletzung. Numu war da erst vier Jahre alt. Dieses Stückchen

Stahl in seinem Fuß fing an, sich zu entzünden. Der Granatsplitter hatte

sich in seinem Körper in Bewegung gesetzt, geriet in die Blutbahn und, na

ja, bis wir im Hospital waren, war es mit ihm vorbei.

Seltsam. Gesehen haben sie sich nicht mehr. Dafür jetzt die Söhne. Nun

habe ich nur noch einen Mann, auf den ich stolz bin, meinen Sohn David.“

Erinnerungen wurden in ihr wachgerüttelt und das Sprechen fiel ihr hörbar

schwer. Sie ging in einen Nebenraum und mit Unterlagen und einem

Brevet kam sie zurück. „Schaut, hier in diesem Bataillon hat er gedient.“

Zu erkennen war auf dem Brevet in Weiß Indochina mit dem goldenen

Doppelkreuz über gekreuzten Kanonen und einem Anker, die umgebende

Landfläche in Rot und das Meer in Blau gehalten. Das Bataillonszeichen

des 4ème Régiment d’Artillerie Coloniale.

Neugierig und dennoch mit Rücksichtnahme und Achtung blätterte Martin in den Unterlagen.

Es schien, dass diese Blätter das letzte Mal vor unzähligen Jahren angesehen

wurden. Im carnet individuel war zu lesen, dass er in Dien Bien Phu

war, verletzt wurde und nach der Kapitulation in Gefangenschaft geriet.

Auf einem anderen Papier, handschriftlich geschrieben, stand das Lager,

in dem er sich befunden hatte. Nummer 122. Dann stand da noch ein

deutscher Name: Eugen Brause vom 3/13. DBLE. Das 3. Bataillon der

13. Halbbrigade der Fremdenlegion. Davids Vater musste dem Legionär

wohl das Leben gerettet haben. In einem Schreiben bedankte dieser sich

für die Fürsorge, die ihm von Davids Vater zuteilwurde. Über fünf Monate

mussten die prisonniers in dem Lager ihr Dasein gefristet haben, bevor

sie nach zähen Verhandlungen am 16. September 1954 entlassen und

den französischen Militärs übergeben wurden. Auf einem anderen Blatt

wurde ein Lied aufgeführt. Übersetzt aus einem Mischmasch von Französisch

und Madinka.

Ohe, ohe gefangene Kameraden

heute Abend ist es gut, wir werden singen

auch wenn es schwerfällt, nicht zu jammern

wenn wir müde sind, dürfen wir es nicht zeigen,

eines Tages werden wir singen,

Kameraden, nur Mut,

lasst uns nicht resignieren,

wir machen gute Arbeit,

gehen Hand in Hand.

149

Vietnam, Vietnam oh geschundenes Land

Vietnam, meine Seele...

 

Aus den Gedanken wurde Martin von dem spielerischen Lärm der Kinder

gerissen.

Laut klatschte die Mutter in die Hände: „Drei Kinder habe ich alleine

großgezogen und jede Menge Enkelkinder von der Brut meiner Kinder,

die neugieriger als alle Affen im Dschungel sind. Geht jetzt nach draußen

zum Spielen.“

Wie die Geckos wuselte die Kinderbagage hinaus, um ihre frechen Nasen

an den Fenstern platt zu drücken.

Martin ergriff das Wort: „Ich habe hier auch einige Erinnerungen meines

Vaters niedergeschrieben und mitgebracht, die ich gerne vorlesen

möchte. Dies sind Ausschnitte, die ich in meinem Buch ,Dien Bien Phu‘

festgehalten habe. Dieses spielte in Indochina, in Dien Bien Phu, vor dem

Beginn des 13. März 1954, also vor der Schlacht:

… Der große Djola mit einer beeindruckenden Narbe an der Stirn drehte

sich herum, ohne von seinem Gehopse zu lassen, und antwortete lachend

voller Kiff Kiff: ,Ah, die Herrenrasse lässt sich bei uns blicken. Na, ein

Kumpo vertreibt böse Geister in den Bergen ringsherum. Und ich nix

Simba, ich Numu und ich Christ, wie du weißer Käse auch, schau‘, dabei

zeigte er auf ein goldenes Kreuz, welches an einer Kette um seinen Hals

baumelte.“

„Das müsste mein Numu sein, denn wir sind auch Christen und eine

Narbe brachte er ebenfalls als Andenken aus Indochina mit nach Hause“,

antwortete Madame monoton und leise.

Martin fuhr fort: „Wir befinden uns kurz vor dem Ende der Schlacht von

Dien Bien Phu … Bis über die Knie mussten wir in diesen Gräben umherwaten

oder -kriechen. Die Verwundeten, darunter auch viele gefangene

Vietminh, liegen im Dreck, es fehlt an allem. Die meisten können

gar nicht mehr in die Lazarette gebracht werden, da diese überfüllt sind.

So lagen sie zusammengekauert herum, jammernd, notdürftig mit Planen

abgedeckt, und vegetierten dem unvermeidlichen Tod entgegen. Erwin erkannte

einen Senegalesen wieder. Es war ein Djola mit Namen Numu. Der

arme Kerl lag halbnackt, an Armen und Oberkörper verbunden, außerhalb

des Feldlazaretts auf seiner Jacke im Graben. Numu starrte wie unter

150 Hypnose in den tristen Himmel und schaute weder nach links noch nach

rechts. Numu musste Erwin erkannt haben, denn er stotterte gebrochene

Wörter: ,Dema buouga nari, dema febary, Dema buouga nari, dema febary

...‘

Sein Kamerad, ebenfalls schwarz wie Ebenholz, drehte sich zu uns.

Eine Mischung aus Regenwasser und Blut rann aus seiner platten Nase

und dem Mund, als er übersetzte: ,Er sagt, dass er Durst und Schmerzen

hat.‘

Erwin brabbelte was zu ihm, gab Numu aus seiner Feldflasche einen

Schluck Wasser und steckte ein Stück Schokolade in seinen Mund. Seinem

Kameraden gab er auch einen Riegel, den dieser dankend annahm.

Was für ein nimmer endender Schlamassel.

Jedoch mussten wir weiter, der Regen hatte aufgehört … Also, jetzt kann

ich Ihnen den Namen des Fallschirmjägers der Fremdenlegion nennen.

Es war der Freund meines Vaters und er hieß Erwin Kieling aus Augsburg.

Erwin Kieling konnte deinen verstorbenen Mann also gar nicht näher kennenlernen,

denn er verstarb einen Tag vor der Entlassung aus der Gefangenschaft.“

Den Raum erfüllte minutenlanges Schweigen. Gitte und Martin standen

auf und verabschiedeten sich. Ein Mosaikstückchen war gefunden. Lange

winkten die Madame und ihr Sohn David, Gitte und Martin nach....

 

 


Zum Buch

 

Über Facebook bekam ein gewisser Martin Stengele, den
wir aus dem Wendezeitroman `Wild Wild Ost´ bereits kennen, Kontakt zu einem gleichaltrigen User aus Gambia. Ihre Väter mussten sich in einem kleinen Örtchen namens Dien Bien Phu, nicht weit von China und in der Nähe von Laos begegnet sein. Damals in der Schicksalsschlacht 1953 oder 1954 hatten sie möglicherweise Kontakt zueinander.

 

Um den redlich verdienten Urlaub zu verbringen und dabei seinen Wissensdurst zu stillen, packte ihn eine treibende Neugier. Mit seiner Frau flog er nach Westafrika um seine Facebook-Bekanntschaft zu treffen und Zeitzeugen zu befragen.


 Wenn reisewütige Repräsentanten aus Deutschland
unterschiedlichen Alters, im kleinsten Urlaubsland Afrikas ihren Urlaub verbringen, dann kann man davon ausgehen, dass dies einen respektablen Durchschnitt der bundesrepublikanischen Urlaubskultur wiederspiegelt.


 Doch gibt es im schwarzen Afrika viele Gefahren und viele Fragen:


 Können wir davon ausgehen, dass der Gastgeber seine Gäste aus der sogenannten ersten Welt, als gleichberechtigte Rasse begrüßt oder trifft es auf Arroganz und Hochmut?


 Gibt es im eingeklemmten Land zwischen dem Senegal gefährliche Löwen und Hyänen, die
etwas von dem weitgereisten weißen Speck abhaben wollen oder sind dies nur Hirngespinste
touristischer Prahlereien?


 Wenn Flusspferde Touristenboote rammen, sind dies dann mörderische Bestien oder beschützen die Elterntiere nur ihren Nachwuchs?


 Verspeisen dort im Land entlang des Gambia-Flusses die Menschenfresser am liebsten Vegetarier oder doch nur richtiges Fleisch?


 Kann man als ausländischer Gast dem einheimischen Hotelangestellten einen Plastiksack voll Schwarzgeld anvertrauen oder verschwindet er und war mal längste Zeit
einheimischer Hotelangestellter?


 Kann man Krokodile streicheln oder ist man hinterher dem Orthopäden ein guter Freund?


 Können sich Affen am Tisch benehmen oder gehen sie lieber Angeln?


 Ist man Moskitoangriffen schutzlos ausgeliefert oder kann man sie mit einem Ventilator bekämpfen?


 Waren Sklavenjäger Sportskameraden oder der Polizeichef nur ein Spielverderber?


 Sind große Ansammlungen von Steindildos Fruchtbarkeitssymbole oder sind die Megalithen kosmischen Ursprungs?


 Sind Schalker immer nur Königsblau oder sehen Tunten alles nur durch eine rosa Brille?


 Eignen sich Briten als Darwische oder besser als Freischneider?


 Sorgt Natural Viagra für einen strammen Max oder macht es dich matt?


 Gibt es einen Schlüssel in die Vergangenheit oder gibt es für Kinder nichts zu essen?


 Sind die Malariaviren tatsächlich so groß, dass man sie mit dem bloßen Auge sehen kann oder wurde im Fieber fantasiert?


 Gibt es einen deutschen Drillmaster für Gambias Marines oder existiert General von Lettow-Vorbeck noch?


 Treiben tote Seelen vor Afrikas Küste oder leben Seefahrer in hölzernen Masken?


 Kann man leben wie Gott in Gambia oder nur benehmen wie Narren aus Alemannia?


 Lächeln gambische Gefangene gerne im Knast oder ist Steve Urkel nur ein Double?


 Sind Bumster gute Schnellläufer oder mögen sie kein Wasser?


 Darf man deutsche Polizisten winken oder ist man dann in Afrika?


 Fragen über Fragen und nur das Buch kennt die Antworten... siehe auch im Shop von mir
http://www.kajuko.de/shop/

 

 

 

 

 

Karrikaturen: Georg Zitzmann, www.schnellzeichner-karikaturist.eu