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GONG * 17.10.2017 im FranzK-Reutlingen

Angst vor fliegenden Teekannen sollte man bei einem Konzert von GONG nicht haben, auch wenn diese zusammen mit Gnomen, Hexen und sonstige abgespacten Figuren horiziontal und vertikal über das überdimensionale kunterbunte Bühnenbild huschen. Seit Ende der 60er Jahre ist die Band Gong eine nicht endende Ölquelle, was die beteiligten Musiker (mind. 50) und die Musikstile betrifft. In der Band spielten Koryphäen wie Daevid Allen †03.03.2015 (Gründungsmitglied , zuvor Soft Machine), Gilli Smyth† 22.08.2016  (Gründungsmitglied )  Steve Hillage, Allan Holdsworth, Pierre Moerlen †03.05.2005, Benoit Moerlen, Didier Malherbe, Hansford Rowe, Bill Bruford (Yes, King Crimson, Genesis), Andy Summers (Police), Mike Howlett etc. Hierzu könnte man ganze Register füllen.

 

Diese Musiker veröffentlichten Platten unter der Ur-Teekanne GONG, voll verdrehter Psychedelik-Space-Jazz-Rock-Fusion und anderen musikalischen skurrilen Einfällen. Die Kreativität war und ist grenzenlos, genauso wie die der vielen Unter- und neben GONG Gruppierungen, namens „Mother GONG“, "Planet GONG", Pierre Moerlen’s GONG, oder „GONGzilla“.

 

Nach Allens Abberufung ins Nirwana, hat sich die Band erstaunlich gut gefangen. Der Gitarrist Kavus Torabi übernahm als rumfetzender Wirbelwind die Führungsrolle, beauftragt von Altmeister Daevid Allen, der GONG nach seinem Ableben nicht sterben lassen wollte. Die aktuelle CD »Rejoice! I’m Dead« beweist, dass die multinationale Gruppe eine kreative Höhenphase erlebt, basierend auf den GONG Fundamenten zwischen „Camambert Electrique“, „Angels Egg“,„Fying Teapot und „You“. Also, alles Alben aus den Anfang bis Mitte der 70ern, mit einem gehörigen Drive an verträumter Geradlinigkeit. Hervorragende Kritiken, ausgezeichnet mit dem begehrten UK Band/Artist Preis 2017 und Begeisterung in der Presse, bergauf, bergab, befeuerten das positive Engagement, für ein anspruchvolles Zusammenspiel der Bandmitglieder. Live ist Gong in der aktuellen Besetzung ein Erlebnis zwischen Jazzrock, Fusion und allerhand verrückter Kapriolen. Freunde von King Crimson, Yes, The Tea Party oder den alten Genesis kommen da voll auf ihre Kosten.

 

Das die Musiker ausgezeichnete Profis sind, muss ich nicht erst erwähnen. Jeder ist ein Perfektionist und gleichzeitig ein jeder, ein Teil des musikalischen Organismus des Flying Teapot. Dies betrifft auch den Teezelbrierer am PA, der für einen glasklaren Sound gesorgt hat, ebenso den Meister des Lichts und der bewegten Bilder.

 

Das Konzert im schönen FranzK begann pünktlich mit dem Knaller „You can´t Kill me“ und lies den gut gefüllten Saal, mit den schon etwas betagten Damen und Herren, in erst leichte und bei „OM“ in kosmische Vibrations erzittern.  Alles war eine friedliche, zufrieden grinsende Groß-Familie, die sich mit sphärischen Klängen durch eine akustische Milchstrasse treiben ließ. Man könnte glatt meinen, dass die Musikbegeisterten vor Konzertbeginn eine fette Kanne mit bewusstseinserweiternden, grünen Tee konsumiert hatten.

Neben mir zuckten im Rhytmus, zwei schon etwas ergraute älplerische Ziegenhirten in selbstgestrickten Klamotten, welche irgenwann vor Jahrzehnten der Kapitalgesellschaft entflohen sind. Auf der anderen Seite, ein runder Selbstständiger, in legeren Hugo Boss Klamotten, Armani-Brille, im gleichen Takt. Irgendwie sind alle in dem Flying Teapot von GONG hängen geblieben. Reflektion der '70er bis in die Gegenwart.

GONG verbindet selbst entfernteste Planeten miteinander.

 

Mehrstimmiger Gesang, pfeilschnelle Solis, ein brachialer Drummer und ein exzellenter Flöt-/Saxofonist, entzauberten einen Klangkosmos, um mit bedrohlich wirkenden Soundcollagen, den zufrieden, ölig dreinschauenden Besucher rhytmuswechselhaft zu konfrontieren. Die fliegende Teekanne lockte ihre Genussschlürfer mit weichen, leisen Klangteppichen in den unendlichen Weltraum, um plötzlich rotzfrech, die eben noch dahinschwebenden, abgespacten, glückseligen Zuhörer, durch ein dreckig, punkiges Gitarrengeriffe auf den terrestrischen Boden der Konzerthalle zurück zu knallen. 

Kavus Torabi, klarer Frontmann mit seinem charismatischen Auftreten und zum Teil irren Blicken, lässt keinen Zweifel aufkommen, dass GONG lebendiger ist, als je zuvor und Spacerock in dieser Form, eine hochinteressante Wiedergeburt erfahren hat.

 

Fabio Golfetti – Lead Guitar, Gesang

Dave Sturt – Bass, Gesang

Ian East – Saxophone, Flute

Kavus Torabi – Guitar, Gesang

Cheb Nettles – Drums, Gesang

 

Aktuelles und hervorragendes Album: „Rejoice! I’m Dead«

 

Play it loud!

 

King Crimson

Stuttgart - Liederhalle

09.09.2016

 

Der eingemottete Raumkreuzer King Crimson wurde durch Mr. Spock des Rock wieder erweckt, nachdem im Abschluss der „Power to Believe Tour“, den Motoren der Soundmaschine  der Dampf ausgegangen war. Der langjährige erste Offizier Adrian Belew wurde gefeuert und von Gitarrist und Sänger Jakko Jakszyk ersetzt. Kapitän Robert Fripp benötigte für seine zukünftige Vergangenheitsreise einen Androiden der einen Greg Lake und John Wetten gescannt hatte. Der Musikszene ist er u.a. bekannt durch seine Touren mit Level 42 und der 21st Century Schizoid Band. Dies sagt eigentlich schon aus, in welchem Schiff er mal anheuern würde. Das alte Crew Mitglied Tony Levin, an verschieden Bassgeräten, formierte sich wie ein lächelnder, smarter  Chirurg vor der Operation Konzertabend, direkt hinter den drei Drumbatterien, die an vorderster Front Stellung genommen hatten. Neben dem Bassa, der Arbeitsplatz von dem altbekannten Mel Collins, der sich hinter einem akustischen Splitterschutz aus Plexiglas positioniert hatte. So eine Art Wissenschaftler, der die Aufgabe hatte ,mit vergangener Materie wie Saxophon und Flöte den Antriebssprit zu veredeln. Befeuerten doch die letzten Konzerte von King Crimson „The Construction of Light“ im Jahre 2000 und „Power to Believe“ im Jahre 2003 ausnahmslos  Gitarren und Schlagzeug den Raumkreuzer durch diese ehrwürdige Stuttgarter Liederhalle. Doch die eigentlichen Gefechtswaffen dieses realen Soundorganismus sind die Drum-Batterien. Zu einem Pat Mastelotto, bewährter Trommel-Artillerist, nach dem Ausscheiden von Bill Bruford, nun ständiges Bandmitglied und Oberklopfer von King Crimson. Mit an den Drums konnten als neue Crew Mitglieder, Jeremy Stacey,( u.a Dave Matthews Band, Chris Squire (Yes), Steve Hacket (Genesis), Andrea Bocelli) und Gavin Harrison (u.a. Porcupine Tree, Iggy Pop, Incognito), gewonnen werden. Jeremy Stacey drehte an diesem Abend hin und wieder auch an den Keyboardtasten.

 

Die Begrüßung des ausverkauften Hauses übernahm erwartungsgemäß der Bordcomputer. Der verschwiegene Kapitän Robert Fripp, schweifte mit prüfenden, strengen Blick durch sein von Fingern geformtes Fernglas das Publikum ab. Mehr Begrüßung gab es von der Kommandobrücke an seine Passagiere nicht. Zwei Instruktionsschilder bekräftigen die Aussage des freundlich monotonen Bordcomputers, dass das Fotografieren und Filmen mit dem sofortigen Rauswurf in die städtische Realität geahndet werde. Exakt 20:08 Uhr setzte sich dieser musikalische Koloss von einem Septett in merkwürdige klangliche Bewegung. Die meisten Passagiere von King Crimson sind eingefleischte Fans, das muss man wissen. An diesem Abend begegnete ich gleich jede Menge dieser Spezies davon, mit denen ich Small Talks gehalten habe. Meist meines reifen Alters in Richtung 60 Jahre, welche über ihren beleibten Körper, aktuelle T-Shirts von King Crimson übergezogen hatten. Sie sahen mit ihrem zufriedenen Grinsen aus wie dicke Marsmännchen in zu knappen Raumanzügen. Immerhin nächtigte nicht nur dieser überzeugte Fan im Hotel und dies war mit dem gestrigen Besuch, das zweite Konzert in diesem schizophrenen Klangschiff. Für King Crimson unbedarfte Menschen, musste diese Zeitreise eher wie eine apokalyptische Geisterfahrt, bestehend aus vielen, nichtnachvollziehbaren Geräuschmuster vorgekommen sein. Natürlich gab es butterweiche Passagen mit leisen, sehr schönen Klängen und warmen Gesang des Sängers Jakko Jakszyk, untermalt mit Engelsflöten von Mel Collins. Gewöhnte man sich daran, schickte der kleine böse, egozentrische Fripp seine Warlords, die hammerhart, schräg gespielten Gitarren und die  brutalo Kampf-Drummer, um das zarte akustische Pflänzchen in den Staub des Planeten XY-Ungelöst zu stampfen. Dann orderte er dieser kompliziert eingespielten Kampfwalze von einem Soundmonster die Carte Blanc  an und aus Musik wurde unkontrolliertes, intelligentes Chaos, welcher der Genius Fripp nach der Schlacht wieder disziplinieren musste, bevor dies im Soundrausch zu kollabieren drohte.  Mel Collins Blasinstrumente unterstrichen hin und wieder erfolgreich Ausflüge in Richtung mit Power gespielten Schwermetall. Wiederum  fragte ich mich, was das nervige Flötengepiepse in dem Stück „The ConstruKtion of Light, Part One“ zu suchen hatte. Dies verschloss sich meiner musikalischen Offenheit. 

 

 Das Konzert war eine hochinteressante akustische Zeitreise, welche Ende der Sechziger anfing und in der 2000er Ära in einem begeisterten Standing Ovation endete.  Note: Unvergesslich gut für die Fans. Unvergessliches Fragenzeichen für die Unbedarften.

 

Soundliste:

 

Part1:  Lizard  (The Battle of Glass Tears… more )  2. Radical Action II 3. Pictures of a City 4. Cirkus 5. Fracture 6. Epitaph 7. Hell Hounds of Krim 8. Easy Money 9. Radical Action (To Unseat the Hold of Monkey Mind) 10. Meltdown 11. The Talking Drum 12. Larks' Tongues in Aspic,

 

Pause

 

Part2: 13. Devil Dogs of Tessellation Row 14. The ConstruKction of Light 15. Level Five

 

16. The Court of the Crimson King 17. The Letters 18. Red 19. One More Red Nightmare

 

20. Starless

 

Encore:21. Banshee Legs Bell Hassle 22. "Heroes" 23. 21st Century Schizoid Man

 

 

 

 

 

 

Tito&Tarantula 26. April 2015 Ludwigsburg im Scala

Das Scala präsentierte sich nach dem Umbau wie aus dem Ei gepellt und jeder investierte Cent war es allemal wert , der da reingesteckt wurde.

In Ludwigsburg und Umgebung gab es kaum Werbeplakate zu diesem Ereignis, warum auch. Die Fangruppe zwischen 16 und über 60 Jahren kennen ihren bestimmenden Patriarchen und folgten dem Aufruf auch ohne großes Publicity Tamtam, zwanzig Jahre nach dem Kultfilm „From Dusk Til Dawn“ aus der mexikanischen Wüste, hierher in die Barockstadt.

 Ziemlich genau um 20:00 Uhr rockte die Vorband  “The Legendary” aus München, mit wohl teilweise Ludwigsburger Wurzeln, so der Frontmann „Thorsten Rock“, als er selbst vor einigen Jahren im ehrwürdigen Scala noch Kabel und Stühle von einem ins andere Eck schleppen musste.

Das Trio schrubbte sich mit einigen Rock&Roll und Blues Titeln über die Zeit. Den meisten Zuhörern, der gut gefüllten Konzerthalle hatten ihren Gefallen daran, denn bei den „Mitmachanimationen“ des ZZ-Top Doubles, grölten die einen oder anderen nach Aufforderung gar tüchtig mit.

Nach dem Abräumen der Gerätschaften von der Vorband und  dem obligatorischen Soundcheck, kam der  el famoso Gran Señor Tito Larriva mit seiner illustren Gefolgschaft im Schlepptau. Ziemlich genau vor 5 Jahren war ich bei dieser mexikanischen Kult - Band, ebenfalls hier im Scala und der schräge, rockige nicht nur „La Bamba“ – Groove ließ mich begeistern.

Tito & Tarantulas Band auf der Bühne entpuppten sich als einheitliche, musikalische  Dampfwalze und setzten sich sofort in massive rhythmische Bewegungen.

Das Familienoberhaupt,  so wie man ihn kennt, im lockeren dunklen Anzug, bärtig, Sonnenbrille und halblanges wildes Haar ist wohltuend bestimmend und dirigiert sein Ensemble leicht und locker von Song zu Song. Ein Augenschmaus die flankierenden, hübschen jungen Damen. Zu einem die grazile Tochter Carrol Larriva, welche den Bass massierte und die gazellenhafte dunkle Alyssa Grace, Gesang, Mandoline, Violine, Percussion. Der eigenwillig singende und spielende Sologitarrist Ray Liotta sowie Irokese Johnny „Vatos“ Hernandez an den Drums, gehören zu den Urgesteinen der Band.  Multiinstrumentalist Marcus Praed hielt sich etwas im Hintergrund, glänzte aber abwechselnd mit Gesang und an Gitarre sowie Keyboards. Stilistisch einzuordnen  ist die Band zwischen Ry Cooder, Tom Petty und Roger Chapman. Sogar eine Lobpreisung an Deep Purple's Jon Lord (You can scare me) zuckte der Maistro aus der Mukkenkiste. 

Die Zusammensetzung der Songs bestanden aus dem alt bekannten Material, sowie der brandneuen Scheibe „Lost Tarantism“.

Die Zugaben  “After Dark”, „La Bamba“ und “Strange Face” beendeten unter langanhaltendem Applaus des Publikum, welches ein grandioses Konzert erleben durften.

Hasta la vista Hombre, don't go back to México!

Andy Engel


Mainz 23. März 2014
Als ich nach Mainz fuhr, um meine ausgetrockneten Batterien nach über 10 jährigem  King Crimson Entzug, letzte Tour `The Power to Believe´, aufzuladen, hatte ich ein etwas komisches Gefühl im Magen, da diesmal nicht der extravagante Meister und Überflieger Robert Fripp das konzertiale Alien-Raumschiff manövrierte. Laut seinem Blog exestiert die Band seit dem 05.12.2010 nicht mehr.
Gesteuert wurde das jetzige Tourship durch den Gitarrenvirtuosen Adrian Belew mit dem wohlkingenden Namen „The Crimson ProjeKCt“.
In der kleinen, aber feinen und ausverkauften Konzerthalle `Frankfurter Hof´ begann pünktlich gegen 20:00 Uhr ein bekanntes Soundgebrabbel, ausgelöst durch den deutschen Touch-Gitarristen Markus Reuter. In die bläulich abgedunkelte Halle schwebten die Zuhörer in eine fast meditative Ruhe hinein. Allerdings verdrängte dieser friedvolle Klangteppich nach und nach gewisse Schlachtbatterien ausgelöst durch Drummer/Percussionist/Quitschentenspieler, Pat Mastelotto, welcher seit 1994 festes Mitglied bei King Crimson war und dem New Yorker Schlagzeuger Tobias Ralph. Ganze Granatsalven schleuderten die Klangmaschinen in das staunende Publik. Ein weiteres King Crimson Mitglied, der Ausnahmespieler, Chapman Stick/Bassist/Vocalist, Tony Levin, der schon  u.a  mit Steve Gadd, Peter Gabriel, Terry Bozzio, David Bowie und auf Robert Fripps Solo LP `Exposure´ 1980, überzeugte, füllte den Raum mit seinem orientalisch anmutenden und gefährlich klingenden Bassgeräusche auf. Der immer freundlich dreinschauende Bassa war seitdem von King Crimson nicht mehr wegzudenken. Eine pralle, barfüssige Lady am Fender Jazz-Bass, unterstützt mit klarem Basslauf das Szenario. Julie Slick begleitet mit Tobias Ralph die Adrian Belew Power Trio.
Und jetzt kommen wir zum kreativen Kopf dieser Erscheinungsform „The Crimson Projekt“. Adrian Belew erfreute schon u.a  Frank Zappa, die Talking Heads, David Bowie, Tom Tom Club, und war seit 1981 fester Bestandteil und Reformer bei King Crimson. Zwei Gitarristen, zwei Bassisten und zwei Drummer peitschten intelligenten Metalllärm von King Crimson den Zuhörern förmlich um die Ohren, die zeitweise Bands wie Rammstein, als niedliche, wie ausgetrunkene "Flasche leer" wirken ließen. Gitarrensolos bohrten sich in die Ohröffnungen als wollten sie das Gehirn indisziplinieren.  Blitzschnelle Rhythmuswechsel von brachialem, perfektem Lärm in eine schwebende, embryonal, friedliche Klangblase, erfolgte nach kalkuliertem Muster chirurgischer Präzession. Bandmaschinen wurden bespielt, abgespielt um so einen kosmischen Urknall des metallischen Sounds akustisch zu gebären. Stampfende Dinosaurier und trötende Elefantenherden angetrieben von Sirenengeheul und mehrstimmigen Gesang erzeugten unwirkliche, abstrakte Soundcollagen.
Hin und wieder verließen einige Musiker den Ort der Zeitlosigkeit, manche blieben und  neue Erlebnisse von Soloprojekten drangen in die neugierigen Kopföffnungen. Zärtliche Streicheleinheiten wechselten mit wüster Punkmusik ab und man merkte, dass es sich um „The Crimson ProjeKCt“ nunmehr um drei Bands handelt. Die eine Gruppierung um Adrian Belew’s Power Trio, die andere um Tony Levin mit dem Namen `Stick Man´. Drei Bands sind eben ein perfektes Paar. Die einzigartigen Soundklänge verwehrt jeglicher Katalogisierung. Es sind vielmehr klanglich geformte Myzel Verflechtungen, die den Ursprung in den akustischen Metamorphosen einer künstlich geschaffenen Erscheinung namens King Crimson entsprangen und sich tief in das Unterbewusstsein eines jeden Zuhörers manifestierten.
Am Schluss minutenlanges Standing Ovation.
Vielleicht saß ja ein kleiner Shizoid Man auf einem Stuhl in einem schwarzen Anzug im Saal und lauschte grinsend seinen Schützlingen und bastelte gedanklich vielleicht wieder an eine neue Epoche King Crimson.
Andy Engel

 

19. April 2013, Stuttgart LKA-Longhorn hatte zu Gast den Ausnahmegitarristen Steve Lukather und Band.

Das Konzert wurde geprägt von dem neuen Werk des Künstlers `Transition´. Die rockigen Lieder, die ausgefeilten Solis, der mehrstimmige Gesang, die präzise, glasklare Wiedergabe der Studio-Aufnahmen wurde auf der Bühne eine ordentliche Brise Schweiß, mächtig Dampf und beste Spielerlaune beigemixt, so dass die Band dem Publikum die Titel irdischer und dreckiger um die Ohren hauen konnte. Eingefleischte TOTO-Fans die erhofften, Lieder vom Schlage "Hold the Line" zu hören, wurde schnell klar, dass der Chef nicht einmal Lust hatte daran zu denken.

Das geschätzt gut 1000 Mann/Frau starke Publikum mit seinen wohl zusammenaddierten über 50.000 Jahren, inhalierten die Rhythmen wie eine dringend benötigte Frischzellenkur förmlich auf. Ja sie lieben diesen Musiker, der mit TOTO in seiner 35jährigen Geschichte, 17 Alben veröffentlichte und diese sich über 40 Million mal verkaufen ließen. Der Unterschied zwischen künstlich hochgezogen Popstars, die man wie Kleenex nach getaner Rendite entsorgen kann und Vollblutmusikern wie einem Workaholic Steve Lukather, sind die Jahrzehnte lange musikalische Erfahrung, harte Übung mit seinem Werkzeug, mittlerweile mit einer eigen kreierten Musicman-Gitarrenmodell namens „Luke“, gepaart mit positiver Lebenseinstellung, eiserner Disziplin und musikalischem Erfolg, aber auch der Umgang mit Niederlagen, wie die erst kürzlich vollzogene Scheidung von seiner 2. Frau, mit der man in der Musikszene einfach fertig werden muss.

Begleitet wurde er von einer fantastischen Band, die er schon seit längerem in seine Solo-Projekte einbezog. Die groovende smarte Bassistin Lady Renee Jones dominierte ihren Bass und glänzte mit einer gewaltigen Stimme, der schwarze Muskelmann Eric Valentine fetzte an seinen Drums und der grazile Keyboarder Steve Weingart, Ehemann von Renee, wirkte wie ein Professor der intelligenteren Sorte, wenn seine Finger den Tasteninstrumenten Klangteppiche oder harte Pianoklänge entzauberten. Die natürliche Spielfreude des Gitarreros, wie auch seinen Mitstreitern spürte man von der ersten bis zur letzten Minute. Nach brachialem mit Rhythmuswechsel, durchzogenem Hammerrock des Titelsongs „Transition“ folgt ein Stopp für die mittlerweile schwindeligen Ohren und Steve hatte ein Spässchen auf den Lippen, Smalltalks ins Publikum werfend, lockerte der Maestro das staunende Publikum auf. Mal hier und da einen Schwank aus der etablierten Musikerszene, erinnerte Steve an die Porcaros, den Ur - TOTOnen, würdigte mit einem Lied dem verstorbenen Jeff, den an ALS erkrankten Mike, machte keinen Hehl daraus, dass er einiges an Inspiration von seinem Kollegen Larry Carlton, mit dem er zusammen einen Grammy-Award erhielt, eingehaucht bekam. Problemlos kann man Steve im Zuge mit den besten Gitarristen von einem Schlag Robben Ford, Gary Moore, Jeff Beck, Steve Vai oder Mike Stern oder… nennen. Wie Steve Lukather beherrschen sie alle möglichen Stilrichtungen, fühlen sich aber letztendlich in ihrem eigenen Stil am liebsten und der hat den ehrlichen bluesig-rockigen Biss.

Der Veranstalter: Mascot Label Group; Michael Schmitz

Andy Engel

Ein aussergewöhnliches Konzert gab die moderne `Königin des Fado´ Mariza am 06. April 2013 in der Kölner Philharmonie. Die vom BBC bereits dreimal zum „Best European Artist gekürte Künstlerin benötigte nicht groß Werbung in den Medien, es füllte sich eines der modernsten Opernhäuser der Welt restlos bis auf den letzten Platz, nur durch den Hinweis in dem digitalen Veranstaltungskalender. Was da die 2.000 Zuhörer von dieser Diva zu hören bekamen begeisterte sowohl eingefleischte Fado Fans, wie auch das deutsche Publik, eingeschlossen mich, der kaum eine Silbe Portugiesisch spricht, gleichermaßen. Das gewohnt spartanische Equipment der Musiker erstaunte im ersten Moment bei der Größe des Konzertsaals ein wenig, was jedoch nach den ersten Klangbildern alle Bedenken hinwegfegte. Jose Manuel Neto, Portugiesische Gitarre, Pedro Joia, Klassische Gitarre, Nando Araujo, Bass wurden von dem grandiosen Percussionisten Vicky Marques befeuert, welcher sich in einem furiosen Drumsolo austoben durfte. Die Ausgewogenheit der Lieder dieser charismatischen Sängerin ließ das Publikum entweder in Standing Ovations applaudieren oder Marzia diktierte die tobende Menge zurück in ein spannendes Silentium, in der man eine fallende Stecknadel hätte hören können. Mal fetzte Sie in ihren kreolisch-afrikanischen Wurzeln, mal dirigierte Sie das Publikum als externes Orchester und verschweißte so das Konzert zu einer wohltuenden akustischem Caldeirada, um kurz darauf alle Verstärker abzuschalten, den Zuhörern ein reines Fado Solo in der doch großen Halle pur einzuschenken. Eine Weltprämiere dürfte wohl die englische Fassung eines Fado-Titels gewesen sein, die allen Nichtportugiesen die Ohren erfreulich spitzen ließen. Sollte sich in diese Richtung was bewegen so könnte Mariza, die Botschafterin des Fado’s ausserhalb Portugals, ihre bereits über eine Millionen verkaufte CD’s um ein Vielfaches toppen, was jedoch den alten Traditionalisten dieser Musikrichtung den Magen rumdrehen dürfte. Andy Engel

 

Um extraordinario Concerto foi apresentado por a " Moderna Rainha do Fado " Mariza no dia 06.April 2013 na Filarmónica de Colónia . Mariza a Artista que já foi 3 vezes titulada por BBC como a "Melhor Artista Europeia . Não necessitou grande publicidade para encher uma das modernas casa de Opera, até ao ultimo lugar.O que foi apresentado aos 2.000 Ouvintes , deu para entusiasmar os Admiradores de Fado , assim como tambem o Publico Alemão mesmo não entendendo a língua portuguesa .Para o tamanho da Sala foi espantoso o espartano equipamento dos Músicos, o que após os primeiros soms deixa o Publico espantado . Jose Manuel Neto com a guitara portuguesa,Pedro Joia na guitar clasica e Nando Araujo com Bass que foram acompanhados por um grandioso Drummer ,o qual pode demonstrar um grandioso " Drummsolo". O equilíbrio das canções desta carismática Cantora deixa o Publico aplaudir com " Standing Ovations, para no próximo momento Mariza dirigir O entusiasmado Publico a um " Emosional Silentium, no qual se poderia ouvir cair um alfinete. Momentos despois Mariza vivia Suas Raízes Crioulas,para em seguida dirigir o Publico como esse fosse uma orquesta, e transformar o concerto numa " Caldeirada acústica ", para em seguida encher a Sala com um extraordinário Fado, sem amplificadores .Expectacular foi também o Fado em inglês ,que deixou os não Portugueses espantados. Continuando assim Mariza a"Embaixadora do Fado " poderá aumentar a venda de suas CD's que já ultrapassa um milhão.

Ana Coelho

Joe Jackson 2012
Joe Jackson 2012

18.10.2012 Joe Jackson Konzert im Scala Ludwigsburg. Ausgezeichnetes Konzert des meisterlich extrovertierten Pianospielers mit einer Dampfmaschine Namens Bigger-Band an Bord. Drummer Nate Smith und Percussionistin Sue Hadjopoulos als Einheizer trommelten und wirbelten was das Zeugs hielt. Der Klasse Gitarrist Adam Rogers flankiert von der US- Violinistin Regina Carter, fegte über ihre Seiten bis sie glühten oder ließ sie zärtlich als Klangteppich in den Saal hauchen. Der groovende Bassist Jesse Murphy der zwischen E-Bass, Kontrabass und Tuba wechselte, hüllte sich in brabbelnde aber bestimmende Klangmuster. Zeitweise wie ein brummender Teddybär tapsten sich die wohltuende Tubalaute in die lauschenden Sitzreihen der anmutig brav dasitzenden Zuhörer. Der Meister selbst, der souverän auf seinem Piano oder Akkordeon klimperte ließ keine Sekunde zweifeln wer der Boss auf der Bühne war. Die begleitende multitalentierte Piano-,Violinisten/Banjospielerin Allison Cornell war neben Joe Jackson die auffallende, angenehme Stimme und zusammen mit dem Bassaman rundete sie das Singsang klar und sauber ab. Viele Songs wurden in mehrstimmigen Vocals vorgetragen und ließen das Konzert zeitweise zu einer berauschenden akustischen Caipirinha-Party hochdampfen. Selbst die umfunktionierten Songs aus den 20 Jahren, in einem abwechslungsreichen, rhytmuswechselndem Jazzrock-Mantel verhüllt, ließ einem nur mit offenem Mund erstaunen. Die meist leicht wippenden älteren Besucher bekamen genauso einen Reggae-Punk um die Ohren geknallt wie einfühlsame Balladen. Joe Jackson selbst, dem ich eine gewisse Ähnlichkeit mit Niki Lauda zuschiebe, eröffnete das Konzert kraftvoll fortissimo und schloss das Konzert alleine pianissimo ab. Absolut empfehlenswert!  Andy Engel