Sgt. Heinrich Bauer 2. BEP und

Col. Dr. Rondy Medicine Chef 1.BEP, damals bei ANAPI 2010 in Kassel.

Dien Bien Phu Veteranen.

Eine Geschichte von Heinrich Bauer, welches seinen Platz in meinem Buch Dien Bien Phu gefunden hat: 

 

 

 

 

 

Das Aus des 2. BEP 

 


 23. April 1954 

 

 

Angaben der Legionäre: 

 

Sanitäter Sergeant Heinrich Bauer vom 2. BEP: „Der ganze Einsatz fng 
unglücklich an. De Castries befahl den Gegenangriff quer über das 
Rollfeld der Landepiste auf `Huguette 1´. Langlais und Bigeard waren 
anfänglich dagegen, da es unweigerlich zu erheblichen Verlusten kom- 
men würde. Zudem konnte der Stützpunkt nicht wiederbesetzt werden, 

da keinerlei Truppen zur Verfügung standen. 

De Castries setzte sich durch. 

Der Angriff wurde auf 13:00 Uhr festgelegt. 

 

Um 12:30 Uhr griffen Jagdbomber und Artillerie `Huguette 1´ an und 
verschwanden wieder. 

Sofort danach wäre der richtige Zeitpunkt zu 
dem Angriff gewesen. Solange die Viets ihre Schädel noch in Deckung 
hielten. Liesenfelt, unser Bataillonschef schwedischer Herkunft, stand 
neben mir am Rollfeld und brüllte in das Funkgerät: ’Was ist los? Wir 
müssen angreifen, erwarte dringend Befehl zum Angriff. Was ist denn 
los bei euch?’ Knistern im Funkgerät und Liesenfelt rief zu uns: ’Die 

Idioten melden sich nicht.’ 

Doch dann kamen aus dem Funkgerät Befehle: ’Liesenfelt, warten, noch keinen Angriff. 

Die Stellungen müssen erst besetzt werden. Es muss nachgerückt werden. 

Kein Angriff.’ So die Reaktion aus de Castries’ Bunker. 

Wir waren bei der 5. Kompanie, ne- 
ben uns die CCB. Bedingt durch Umgruppierungen wurden wir am 
Rand der Landepiste zum Nichtstun verdammt. 

Minuten, die zu Stunden wurden. 

14:30 Uhr kam der Befehl aus de Castries’ HQ: ’Vorrücken 
in Richtung `Huguette 1´. 

Also erst 1,5 Stunden nach dem Artillerie- und Bombenangriff der Ja- 
bos. Den Viets blieben unsere Vorbereitungen nicht verborgen und sie 
konnten ihre schweren Waffen in aller Seelenruhe auf uns ausrichten. 
Das auszurechnen, was wir vorhatten, konnten sie sich an den Fingern 
abzählen. Das Drama nahm seinen Lauf. 

Wir stürmten auf die Flugpiste und es krachte sofort los. Überall Ar- 
tillerieeinschläge  von  großkalibrigen  Geschützen.  Die  verursachten 

eine doppelt verheerende Wirkung. Zum einen der Aufschlag durch 
die Granate mit der Splitterwirkung, zum anderen das Geborste und 
Aufbrechen der Stahlplatten, die wie mit Schrapnellwirkung uns um 
die Ohren fogen. 

Ich  konnte  meine  verwundeten  Kameraden  hinter  einer  zerstörten 
Transportmaschine bergen und behandelte sie, so gut es ging. Überall 
lagen die Jungs von uns und schrien um Hilfe. Ich wieder raus in das 
Feuer, wollte weitere Schwerverletzte hinter den zerschossenen Flieger 
C-46 Bristol schleppen, was mir aber nur unter erschwerten Bedingun- 
gen gelang. Explosionen, Splitter, MG-Feuer, wir mitten auf dem Roll- 
feld, wo es keine Deckung gab. 

Unser verwundeter Lieutenant de Bire verbot mir, weiter auf die Piste 
zu gehen. 

’Bleib hier, das ist ein Befehl. Hier kannst du den Kameraden nützli-cher sein als tot auf dem Rollfeld rumzuliegen’, schrie er mich an, als 

ich losrennen wollte, den nächsten Verwundeten zu bergen. Er hatte ja 

recht.  Es  bringt  all  den  Verwundeten  hier  nichts,  wenn  mich  eine 
Granate in 1000 Teile reißen würde. Wenn man so will, habe ich höchst- 
wahrscheinlich de Bire mein Leben zu verdanken. Entsetzt mussten 
wir mit ansehen, wie das Geschehen seine tragische Apokalypse wie 
im Film abspulte. Unser gesamter Angriff wurde in Stücke geschossen. 
Wir mussten uns wieder zurückziehen. 

De Castries fand gleich den Schuldigen. Kommandant Liesenfelt vom 
2. BEP habe das verbockt. So er. Major Liesenfelt traf keinerlei Schuld. 
Die Unfähigkeit, solch einen Angriff richtig zu koordinieren – das hatte 
der überhebliche de Castries nicht ordentlich auf die Reihe gebracht. 
Ihm hatten wir es zu verdanken, dass so viele tapfere Kameraden von 
unserem Bataillon unnötig krepieren mussten. Wo waren Bigeard und 
Langlais?“ 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Arthur Engel erlebte als Fallschirmjäger der französischen Fremdenlegion im 1er BEP den Krieg in Indochina und 1954 die Schlacht von Dien Bien Phu. Der Autor Terry Kajuko hat in dieser romanhaften Biografie die Erlebnisse seines Vaters verarbeitet.

Neben interessanten persönlichen Erlebnissen werden in diesem Buch, das über 250 Fotos und Karten beinhaltet, zahlreiche Fakten und Hintergründe des Indochina-Krieges, zur Schlacht in Dien Bien Phu und zur französischen Fremdenlegion erläutert.

„In Algerien zu Fallschirmjägern ausgebildet und nach Indochina verschifft, befanden sie sich in keinem gewöhnlichen Krieg, sondern in einem Dschungelkrieg des Mikrokosmos. Ein Krieg ohne zusammenhängende Front. Das Einsatzgebiet eines Elitesoldaten, des Fallschirmjägers.
Im Norden, an der Grenze zu Laos und nicht weit bis China, schwebten die besten Kolonialtruppen in kürzester Zeit vom Himmel oder wurden auf der zusammengebauten Landepiste abgesetzt. Es war die größte Luftlandeoperation im Indochina- und späteren Vietnamkrieg.
In der darauffolgenden Schlacht in einem Tal namens Điện Biên Phủ wurden bewegliche Kampfeinheiten in zusammengebastelten Erdbefestigungen untergebracht, welche in keinster Weise ausreichend gegen Granatenbeschuss gesichert waren. Umzingelt von einer in Laufgräben geschützten und ausgezeichnet bewaffneten Übermacht, den Vietminh. General Giaps Artillerie feuerte völlig überraschend aus gut getarnten Stellungen heraus, hoch oben in den Bergen, wo jede abgefeuerte Granate ein Treffer war.“


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