Bei Madame Babette

Meistens wurde abends in dem Casino Schach gespielt, Karten gezockt oder man ließ die Würfel knallen. Bei den Damen der einschlägigen Zunft waren sie keine Unbekannten und begaben sich gerne nach der Soldauszahlung ins einschlägige Bordell. Der Hospitalarzt verabreichte den Legionären vorsorglich noch eine „Bockspritze“ und den Stempel, damit sie Vorsorge getroffen hatten. Wer mit Geschlechtskrankheiten zurückkam, konnte gleich in den Knast wandern. 

Um dort ins Séparée zu einem teuren Gläschen eines prickelnden Brausewassers geladen zu werden, mussten sie schon dementsprechend nach Geld riechen. Die begehrten Huren hatten stets gut gefüllte 

 Häuser. Aus aller Herren Länder kamen die Damen der käuflichen Lust. Hellhäutige, überschminkte Französinnen, lieb dreinschauende, aber mit Zahnlücken grinsende Araberinnen, feurige und geldgierige Spanierinnen, pechschwarze Afrikanerinnen und messerscharfe Mischlinge. Das baufällige Bordell, welches sie heute aufsuchten, befand sich im schäbigen Altstadtviertel, „Village Nègre“ oder „Tripperparadies“ genannt. Horden von feixenden Kindern begleiteten die oft schwankenden Legionäre bis zur schweren Holztür des Bordells von „Madame Babette“. Ein kurzer, prüfender Blick der Grande Dame durch den aufgeklappten Sehschlitz entschied über den befreienden Einlass oder den quälenden Rückweg eines oftmals labilen Legionärs oder der 

meist unterkapitalisierten Geschäftsmänner, welche der Frust hierher trieb. Vollgesoffene und grölende Rabauken jeglicher Art hatten nicht den Funken einer Chance auf Öffnung der Pforte.

Nachdem die Hürde dieses Handicaps genommen wurde, konnte man mit den bereits umherhuschenden, geilen Böcken in dem muffigen, nach Sperma und Schweiß miefenden Halbdunkel um die Gunst einer der begehrten überschminkten Huren feilschen. 

Der Geruch nach wohl teurem Parfüm, welcher sehr wohl zu üppig aufgetragen wurde und gleich wolkenweise wie Kampfgas sich in die Nasenöffnungen der Freier einätzte und animieren sollte, wirkte billig. Die Damen in ihren Séparées warben mit viel aufgetragenem Rouge und knalligem Lippenstift. Sie schnatterten wie die Gänse, Zigaretten paffend in Richtung auf die immer gierigen Freier, um ihnen in gekonnter Manier innerhalb kürzester Zeit einen heftigen Liebesakt vorzugaukeln und um sie danach mit einem Küsschen und einem Klaps auf den Hintern bis zum nächsten Male zu verabschieden. Für viele war diese käufliche Liebe eine aufregende Abwechslung, für manche nur eine Frustbumserei. Einige suchten die große Liebe, die nur so weit reichte, bis Geld- und anderer Säckel geleert waren. Nach einem Weilchen der Lust führte das Trio seine entspannten Körper mit einem zufriedenen Lächeln, Arm in Arm, samt einem lustigen Liedel auf den Lippen zur Kaserne zurück....

 

 

 

 

 

Arthur Engel erlebte als Fallschirmjäger der französischen Fremdenlegion im 1er BEP den Krieg in Indochina und 1954 die Schlacht von Dien Bien Phu. Der Autor Terry Kajuko hat in dieser romanhaften Biografie die Erlebnisse seines Vaters verarbeitet.

Neben interessanten persönlichen Erlebnissen werden in diesem Buch, das über 250 Fotos und Karten beinhaltet, zahlreiche Fakten und Hintergründe des Indochina-Krieges, zur Schlacht in Dien Bien Phu und zur französischen Fremdenlegion erläutert.

„In Algerien zu Fallschirmjägern ausgebildet und nach Indochina verschifft, befanden sie sich in keinem gewöhnlichen Krieg, sondern in einem Dschungelkrieg des Mikrokosmos. Ein Krieg ohne zusammenhängende Front. Das Einsatzgebiet eines Elitesoldaten, des Fallschirmjägers.
Im Norden, an der Grenze zu Laos und nicht weit bis China, schwebten die besten Kolonialtruppen in kürzester Zeit vom Himmel oder wurden auf der zusammengebauten Landepiste abgesetzt. Es war die größte Luftlandeoperation im Indochina- und späteren Vietnamkrieg.
In der darauffolgenden Schlacht in einem Tal namens Điện Biên Phủ wurden bewegliche Kampfeinheiten in zusammengebastelten Erdbefestigungen untergebracht, welche in keinster Weise ausreichend gegen Granatenbeschuss gesichert waren. Umzingelt von einer in Laufgräben geschützten und ausgezeichnet bewaffneten Übermacht, den Vietminh. General Giaps Artillerie feuerte völlig überraschend aus gut getarnten Stellungen heraus, hoch oben in den Bergen, wo jede abgefeuerte Granate ein Treffer war.“


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